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Bundesweite Razzia gegen Blood & Honour-Strukturen

Die bayerische Polizei hat heute in allen Regierungsbezirken des Freistaats eine Razzia wegen Verdacht auf Fortführung der verbotenen neonazistischen Vereinigung Blood & Honour durchgeführt. Dabei wurden die Wohnungen von 37 Verdächtigen durchsucht und eine Handgranate, eine Pistole, Zeitschriften, Videofilme, vier Computer und weiteres Material beschlagnahmt.
Die Razzia gegen die seit dem Jahr 2000 verbotene Organisation fand gleichzeitig in sieben Bundesländern statt, 119 Wohnungen und Objekte von über 80 Tatverdächtigen in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Thüringen und Rheinland-Pfalz wurden durchsucht, wie das bayerische Landeskriminalamt in München mitteilte. 

Am 12. September 2000 hatte das Innenministerium die "Blood & Honour Division Deutschland" und ihre Jugendorganisation "White Youth" nach dem Vereinsgesetz verboten. Die AktivistInnen des Netzwerks setzten allerdings ihre Aktivitäten teilweise fort und organisierten beispielsweise weiterhin Rechtsrock-Konzerte.
Einen Fall in Bayern hat etwa Spiegel-TV öffentlich gemacht: Der NPD-Funktionär Norman Bordin hatte am 22. Oktober 2005 ein Neonazikonzert im niederbayerischen Mitterskirchen organisiert, hinter dem ebenfalls die verbotenen Gruppierung „Blood & Honour“ stand. Die bayerische Polizei war damals zwar vor Ort, übersah aber geflissentlich die zahlreichen Straftaten, die Neonazis bei dieser Gelegenheit begingen, wie ein später folgender Bericht von Spiegel-TV zeigte.

In sechs Bundesländern laufen Ermittlungsverfahren wegen Verdachts des Verstoßes gegen ein Vereinigungsverbot und Fortführung der verbotenen "Blood & Honour Division Deutschland". In Bayern waren von den Hausdurchsuchungen 37 Tatverdächtige im Alter von 21 bis 33 Jahren betroffen. Dabei wurden verschiedenen Gegenstände beschlagnahmt, die einen Bezug zu B&H haben, also etwa den Aufdruck "B&H", "28", "Ian Stewart" (Gründer von B&H) oder "ISD-Memorial" tragen. In Nürnberg wurde bei der Durchsuchung der Wohnung eines 32-Jährigen eine funktionsfähige Handgranate gefunden – die dieser angeblich zu "Dekorationszwecken" gekauft haben will. Bei einem 25-Jährigen im Landkreis Miltenberg wurde eine funktionstüchtige Pistole Kaliber 7,65 Millimeter gefunden, bei einem 30-Jährigen in Neustadt bei Coburg eine durchgebohrte 6mm-Schreckschußpistole.

 

 

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