3. Oktober 2012

Heidelberg/Ludwigshafen/Wackersdorf. 76 Neonazis fahren nach Heidelberg, um dort um 13.00 Uhr einen von Klaus Armstroff (Vorsitzender des NPD-Kreisverbandes Neustadt/Weinstraße, Weidenthal) kurzfristig angemeldeten und vorher nicht öffentlich angekündigten Aufmarsch durchzuführen.

Unter den Angereisten sind auch ein halbes Dutzend bayerische Neonazis aus den Reihen des Kameradschaftsdachverbands "Freies Netz Süd" (FNS), u. a. die bekannten Kameradschaftsaktivist_innen Rieke Weber (Giebelstadt), Matthias Bauerfeind (Karlstadt), Daniel Weigl (Wackersdorf) und Norman Kempken (Nürnberg).

Das Aufmarschmotto "Deutschland einig Vaterland - im Gedenken an Kurfürst Otto von Bismarck" beweist die mangelnden Geschichtskenntnisse der veranstaltenden Neonazis – denn Bismarck war nie "Kurfürst". Der Tag verläuft für die Neonazis anders als erhofft: Trotz der kurzfristigen Planungen hat sich ein breites Bündnis an Nazigegner_innen zusammengefunden, das von den Kirchen über Gewerkschaften und Parteien bis hin zu autonomen Antifagruppen reicht. 2000 Antifaschist_innen und Bürger_innen blockieren bereits bei der Ankunft der Neonazis im Bahnhof Heidelberg. Die Polizei bringt die Neonazis mit Gewalt noch auf den Vorplatz, aber dort ist dann Schluß.

Um 15.30 Uhr fahren ca. 50 Neonazis, darunter auch die aus Bayern, mit dem Zug zum Bahnhof Ludwigshafen/Mitte. Dort geleitet die Polizei die Neonazis ab 16.00 Uhr zuerst zum Paul-Kleefoot Platz und gewährt ihnen schließlich einen30-minütigen Zug zum Bgm.-Krafft-Platz in 500 Meter Entfernung. In Ludwigshafen spricht der FNS-Aktivist Daniel Weigl.

Das FNS veröffentlicht am 5. Oktober 2012 einen Veranstaltungsbericht auf seiner von Roy Aßmus (Teising) presserechtlich verantworteten Internetpräsenz.

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