Antifaschistische Termine in München

Protest in München
In dieser Rubrik informieren wir über antifaschistische Protestaktionen, Kundgebungen, Demonstrationen, Ausstellungen, Konzerte und mehr in der bayerischen Landeshauptstadt München.




„Tag X“

Demonstration und Kundgebung zu Beginn der Urteilsverkündung im NSU-Prozess in München.

Aufruf des „Bündnisses gegen Naziterror und Rassismus“ (München) auf nsuprozess.net:

4 Jahre NSU-Prozess Kein Schlussstrich!

Am 6. Mai 2013 begann vor dem Oberlandesgericht München der Prozess gegen Beate Zschäpe, André Eminger, Holger Gerlach, Ralf Wohlleben und Carsten Sch. Voraussichtlich im Sommer 2017 wird der Prozess nach etwa 400 Verhandlungstagen zu Ende gehen. Unabhängig davon, welchen Ausgang der Prozess nimmt: Für uns bleiben mehr Fragen als Antworten. Wir werden daher zum Prozessende zusammen auf die Straße gehen. Denn wir werden den NSU nicht zu den Akten legen.

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29. November 2017 bis 2. April 2018

Ausstellung „Nie wieder. Schon wieder. Immer noch. Rechtsextremismus in Deutschland seit 1945“. Im NS-Dokumentationszentrum München, Sonderausstellungsbereich Ebene 1 (Brienner Str. 34).Aus der Ankündigung:

Die Morde der rechtsextremistischen Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ und die Anschläge auf Asylunterkünfte und Geflüchtete in den letzten Jahren haben das Thema Rechtsextremismus und rechtsextreme Gewalt verstärkt in das öffentliche Bewusstsein gebracht. Rechtspopulistische Parteien schüren Europaskepsis und Fremdenfeindlichkeit. Vermeintliche deutsche „Patrioten“ treten zur „Rettung des Abendlandes“ an und tragen zur Verrohung von Sprache und Denken bei. Die Ausstellung „Nie wieder. Schon wieder. Immer noch. Rechtsextremismus in Deutschland seit 1945“ dokumentiert Aktivitäten, Akteure, Weltanschauungen und Strategien der extremen Rechten seit Kriegsende. München und Bayern stehen dabei im Mittelpunkt. Aus welchen Elementen setzt sich diese antidemokratische und menschenfeindliche Ideologie zusammen? Mit welchen Mitteln wird das Gedankengut verbreitet? Inwieweit und warum sind einzelne dieser Elemente auch für die gesellschaftliche Mitte anschlussfähig? Was führt Menschen zu rechtsextremen Haltungen? Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit der Fachstelle für Demokratie der Landeshauptstadt München und der Antifaschistischen Informations-, Dokumentations- und Archivstelle München e. V. (a.i.d.a.). Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Katalog und es findet ein umfassendes Bildungs- und Veranstaltungsprogramm statt.

20. Januar 2018

„Wenn Wahrheit und Tatsachen nicht gefragt sind - Ein Training zum Umgang mit Stammtischparolen“. Von 10.00 bis 16.00 Uhr, bei der MVHS am Scheidplatz (Belgradstr. 108).

Aus der Ankündigung von „Arbeit und Leben“:

Man erlebt es immer wieder: In alltäglichen Gesprächen Gespräch werden abwertende oder gar hasserfüllte Ansichten geäußert. Die eigene Reaktion darauf unterbleibt oft, weil man Streit vermeiden möchte oder befürchtet, nicht das passende Gegenargument parat zu haben. Das Ziel dieses Seminars ist es, mehr Handlungsmöglichkeiten zu gewinnen. Sie erarbeiten und erproben unterschiedliche Strategien zum Umgang mit menschenfeindlichen Parolen.

23. Januar 2018

Filmvorführung und Diskussion „Jahrhundertwende“. Um 20.00 Uhr im iRRland (Bergmannstraße 8).

Aus der Ankündigung von www.volxvergnuegen.org:

„Die Kristallisation der Grundidee des Faschismus, seiner Philosophie und Mythologie, bleibt unverständlich, wenn man sie nicht auch als eine Revolte gegen den Materialismus begreift.“ (Zeev Sternhell, Die Entstehung der faschistischen Ideologie)

„Jahrhundertwende“ ist eine filmische Reflexion zum Verhältnis von Aufklärung und Romantik, Spätkapitalismus und (Neo-)Nazismus. In der Konfrontation von Gegenwartsbildern mit historischen Texten des fortschrittsoptimistischen Marxismus des 19. Jahrhunderts und der völkisch-antisemitisch grundierten Fortschrittskritik des frühen 20. Jahrhunderts möchte der Essayfilm noch einmal die Dialektik einer Aufklärung nachvollziehen, die unvollendetes Projekt blieb. Zugleich hinterfragt der Film das vom TV-Dokumentarfilm gewohnte Verhältnis von Publikum und gesprochenem Kommentar. Gegenwartsbilder und Zitate historischer Texte kommentieren sich in Liewerscheidts Montage wechselseitig und lassen Raum, selbst zu denken. Die offene Form des Films, der die Erwartung eines „allwissenden Erzählers“ als vermittelnder Instanz gezielt unterläuft, erlaubt unterschiedliche Zugänge und fordert ein kritisches Publikum, das bereit ist, „sich seines eigenen Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen“.

Im Anschluss an die Filmvorführung steht der Regisseur zur Diskussion mit dem Publikum bereit.

„Jahrhundertwende“, Essayfilm, D 2012, 30 Minuten, Regie: Moritz Liewerscheidt

25. Januar 2018

Buchvorstellung und Autorinnengespräch „Ein deutsches Mädchen“. Mit Heidi Benneckenstein, um 19.00 Uhr im Gewerkschaftshaus, Schwanthaler Straße 64, Ludwig-Koch-Saal. Veranstaltet von den Löwenfans gegen Rechts, im Rahmen des „Erinnerungstags im deutschen Fußball“ der Initiative !NieWieder.

25. Januar 2018

Gedenkfeier „Erinnern an die im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten jüdischen Lehrerinnen und Lehrer“. Um 19.00 Uhr im NS-Dokumentationszentrum München, Auditorium (Brienner Straße 34). Eintritt frei.

Veranstalter: NS-Dokumentationszentrum München in Kooperation mit dem Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband und dem Verein „Gedächtnisbuch für die Häftlinge des KZ Dachau“

Aus der Einladung:

Während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft wurden in Bayern nachweislich mindestens 146 Pädagoginnen und Pädagogen jüdischer Herkunft deportiert und ermordet. An sie soll im Rahmen der Gedenkfeier, die kurz vor dem Holocaust-Gedenktag stattfindet, erinnert werden. Es sprechen Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, zum Thema Moderne Gedenkkultur und Staatssekretär Georg Eisenreich. Neben einem kurzen Film über verschiedene Formen der Erinnerungsarbeit an bayerischen Schulen wird die Lesung von fünf Biografien verfolgter und ermordeter Lehrer im Mittelpunkt stehen, die von Schülerinnen und Schülern im Rahmen des Projekts Erinnern des BLLV recherchiert und geschrieben wurden. Des Weiteren werden die Namen der ermordeten Lehrerinnen und Lehrer verlesen. Als musikalische Umrahmung werden Stücke für Violine, Viola und Violoncello von Hans Neumeyer gespielt. Neumeyer, Komponist und Musiklehrer, wurde 1942 nach Theresienstadt deportiert, wo er am 19. Mai 1944 an Tuberkulose verstarb. Der Gedenkfeier geht eine Lehrerfortbildung zum Thema „Die Zukunft der Erinnerung - Initiativen und Projekte bayerischer Schulen zur Erinnerung an die Verfolgten des NS-Regimes" voraus.

26. Januar 2018

Vortrag „Die autoritäre Revolte – Die neue Rechte und der Untergang des Abendlands“. Mit Dr. Volker Weiß, um 19.00 Uhr in der Evangelischen Stadtakademie (Herzog-Wilhelm-Straße 24). Eintritt 8€ bzw. 7€ ermäßigt, Schüler_innen und Studierende frei. Achtung: es gilt ein Einlassvorbehalt!

Aus der Ankündigung:

Die Akteure und Ideen der sogenannte Neuen Rechten sind derzeit Inhalt zahlreicher Debatten und Diskussionen. Welche Begriffe, Feindbilder und Strategien werden konstruiert und verbreitet? In welcher Verbindung stehen die Akteure zu den Rechtspopulisten? Trennscharfe Definitionen sind häufig schwierig und Kennzeichnungen diffus. Volker Weiß beschreibt in seinem Vortrag das vielfältige Spektrum der neuen rechten Bewegungen und untersucht die Herkunft und Vernetzung ihrer Kader. Dabei entlarvt er die zentralen Mythen der Neuen Rechten und zeigt auf, dass gegenwärtig nationalistische Strömungen wieder auf dem Vormarsch sind. Er geht den autoritären Vorstellungen nach und veranschaulicht Übergänge von Konservativismus, Rechtspopulismus und Rechtsextremismus.

Dr. Volker Weiß ist Historiker und freier Publizist. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Theorie, Geschichte und Gegenwart der extremen Rechten und des Antisemitismus. 2017 ist sein Buch „Die autoritäre Revolte. Die Neue Rechte und der Untergang des Abendlandes“ erschienen. Weiß schreibt für DIE ZEIT und ZEIT Geschichte, die Frankfurter Rundschau, Jungle World, taz und Spiegel Online.

26. Januar 2018

Lesung und Gespräch: „Der Muslim und die Jüdin. Die Geschichte einer Rettung in Berlin“. Mit Ronen Steinke, um 19.30 Uhr im Kultur- und Bildungszentrum Seidl-Mühle, Mühlenstr. 15.

30. Januar 2018

Filmvorführung und Diskussion „'Liza ruft!' - Porträt einer jüdischen Partisanin“. Um 19.00 Uhr im NS-Dokumentationszentrum, Auditorium (Brienner Straße 34). Der Eintritt ist frei.

Aus der Einladung von NS-Dokumentationszentrum München und Kulturzentrum der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, dem Zentrum für Holocaust-Studien am Institut für Zeitgeschichte München und dem Lehrstuhl für Jüdische Geschichte und Kultur der LMU München:

Das bewegende Filmporträt des Berliner Regisseurs Christian Carlsen begleitet die heute 95-jährige jiddischsprachige Fanja Brancowskaja auf ihren Lebensspuren nach Litauen: in das ehemalige Wilnaer Ghetto, in die Wälder um Vilnius und an die Massenerschießungsstätte in Ponar. Dabei zeigt sich, dass die Vergangenheit nicht vergangen ist. Seit rund zehn Jahren gibt es undurchsichtige Manöver des litauischen Staates, die auf eine Rufschädigung der früheren sowjetischen Partisanen zielen, sowie publizistische Angriffe aus rechtsnationalen Kreisen gegen Frau Brancowskaja.

„Liza ruft!“ (113 Min., dt. UT) ist ein politischer Dokumentarfilm über den Holocaust, den jüdischen Widerstand und den aktuellen Stand der Erinnerungspolitik in Litauen. Im Gespräch mit Fanja Brancowskaja, ihren Angehörigen und Weggefährten zeichnet der Film das lebendige Bild einer beeindruckenden Frau, die beides ist: ein Opfer fortwährender Verfolgung ebenso wie eine streitbare Akteurin im Kampf um Aufklärung. Im Anschluss an die Filmvorführung diskutieren die Jiddistin Dr. Evita Wiecki (Ludwig-Maximilians-Universität München), der Filmemacher und Historiker Christian Carlsen und der Historiker Prof. Dr. Frank Bajohr (Institut für Zeitgeschichte München-Berlin). Moderation: Judith Leister (Journalistin)

30. Januar 2018

Film und Gespräch „Ernst Grube – Zeitzeuge. Von einem der nicht aufgibt“. Um 20.00 Uhr im Tröpferlbad (Thalkirchnerstr. 102). Ab 19.00 Uhr gibt es vegane Suppe. Eintritt: ab 2,50€. Offen für alle gender.

Aus der Ankündigung von daneben:

Der Film porträtiert Ernst Grube, einen der bekanntesten Münchner Zeitzeugen der NS-Diktatur. Er erlebte seine Kindheit als einer, der ausgegrenzt wurde und den gelben Stern tragen musste. Zusammen mit seiner jüdischen Mutter und beiden Geschwistern wurde er 1945 nach Theresienstadt deportiert. Bis heute ist Ernst Grube unermüdlich als Zeitzeuge an Gedenkstätten, in Schulen, bei Vereinen und in Bildungseinrichtungen aktiv.

Regie: Christel Priemer und Ingeborg Weber, DE 2017, 60 Min.

Ernst Grube und die Regisseurin Ingeborg Weber werden im Anschluss für ein Gespräch anwesend sein.

31. Januar 2018

Veranstaltung „Positionen und Perspektiven von Frauen über den NSU-Prozess“. Um 19.00 Uhr, Lothringer13_Florida (Lothringer Straße 13), Eintritt frei.

Aus der Ankündigung:

Mit Aysun Bademsoy (Filmemacherin), Ayşe Güleç (Kulturarbeiterin und Sozialarbeiterin) und den Rechtsanwältinnen Gül Pınar und Seda Başay-Yıldız (Nebenklage-Anwältinnen, angefragt). Die Filmemacherin Aysun Bademsoy (Berlin) zeigt Einblicke in ihre Dokumentarfilm-Recherche zum NSU. Ayşe Güleç (Kassel), Ko-Organisatorin des Tribunal NSU-Komplex auflösen (Mai 2017, Köln), Sozialpädagogin und Mitarbeiterin der documenta14, wird im Gespräch mit Aysun Bademsoy und zwei Rechtsanwältinnen der Nebenkläger*innen des Prozesses, Gül Pınar und Seda Başay-Yıldız, über die Thematik des NSU-Prozesses, die Hintergründe und kritische Handlungsmöglichkeiten referieren und diskutieren. Vor allem soll auch die migrantische und feministische Perspektive sichtbar und hörbar gemacht werden.

7. Februar 2018

Veranstaltung „(Un-)Heimliche Allianzen - Russland und die europäische Rechte“. Podiumsgespräch, um 19.00 Uhr im Bildungszentrum der MVHS, Einsteinstr. 28. Mit Patrick Gensing (Journalist, Buchautor und Blogger, Nachrichtenredakteur u.a. beim ARD-Nachtmagazin ) und Bernhard Odehnal (Journalist beim Zürcher Tagesanzeiger, Autor des Buches „Aufmarsch. Die rechte Gefahr aus Osteuropa“), Moderation: Antonie Rietzschel (Süddeutsche Zeitung).

Aus der Ankündigung von Arbeit & Leben, dem BayernForum der Friedrich-Ebert-Stiftung, der Evangelischen Stadtakademie München und der Fachstelle für Demokratie:

Marine Le Pen und der Front National können sich über einen Neun-Millionen-Euro-Kredit aus Russland freuen. Die italienische Lega Nord und die FPÖ haben mit Putins Partei „Einiges Russland“ Kooperationsverträge geschlossen. Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán zählt zu Putins Unterstützern in der EU. Die Verbindungen zwischen der deutschen und europäischen Rechten mit Russland sind vielfältig. Die Journalisten Patrick Gensing und Bernhard Odehnal geben Einblick in deren Vernetzung und analysieren die gemeinsamen Aktivitäten, Interessen und Strategien.

8. Februar 2018

Lesung und Diskussion „Hate Poetry - Hasspost an die SZ-Redaktion“. Um 19.00 Uhr im NS-Dokumentationszentrum München, Auditorium (Brienner Straße 34). Der Eintritt ist frei.

Aus der Ankündigung:

Leserbriefe können äußerst beleidigend, diffamierend und verletzend sein. Manche finden daher nie ihren Weg in die Zeitung. Mit den sozialen Medien, mit Facebook und Twitter werden die Hassnachrichten immer mehr und in der Anonymität des Netzes scheinen die letzten Hemmschwellen zu sinken. Shit-Storms, wüste Beschimpfungen und Drohungen - gleich ob on- oder offline -, Hasskommentare werden zunehmend ungehemmter und ungefiltert verbreitet und vergiften mehr und mehr auch die politische Debatte. Die Anfeindungen kommen dabei aus allen gesellschaftlichen Schichten. Manchmal sind sie rhetorisch glänzend formuliert, andere wirken schon durch ihre holprige Formulierung unfreiwillig komisch. Doch trotz aller Grotesken und Komik, der Kern dieser verbalen Auswüchse ist ein ernster: Woher kommt dieser Hass, wie äußert er sich und was bedeuten die zunehmenden Feindseligkeiten für unsere Gesellschaft? Die Redakteure der Süddeutschen Zeitung Max Hägler und Roman Deininger zitieren und kommentieren ihre schlimmsten Drohmails, krassesten Schimpfbriefe und andere nicht nett gemeinte Zuschriften, die sie im Laufe ihrer Arbeit von ihren „liebsten" und „deutschesten" Lesern erhalten haben. Im Anschluss stehen beide für eine Diskussion mit dem Publikum zur Verfügung.

11. Februar 2018

Veranstaltung (Datum korrigiert am 6.12.17) „Nie aufgeklärt und fast vergessen. Der Anschlag auf die Israelitische Kultusgemeinde im Februar 1970“. Mit Olaf Kistenmacher, um 20.30 Uhr (Einlass um 20.00 Uhr) in der Favoritbar, Damenstiftstr. 12.

Aus der Ankündigung:

„An einem Freitag, dem 13. Februar 1970, legten Unbekannte im Wohnheim der Israelitischen Kultusgemeinde München Feuer. Sieben Menschen, Überlebende der Shoa, die gehofft hatten, im Land der Täter in Frieden alt werden zu können, starben in den Flammen. Zu der Tat hat sich nie jemand bekannt. Was auf den ersten Blick wie ein mehrfacher Mord aussieht, den nur Nazis begangen haben können, wurde Anfang der siebziger Jahre der radikalen Linken oder palästinensischen Gruppen zugerechnet. […] Die Ermittlungen der Polizei verliefen ergebnislos. Und dann verschwand einer der größten antisemitischen Anschläge in der Bundesrepublik weitgehend aus der öffentlichen Diskussion – überschattet von dem Terrorangriff während der Olympischen Spiele 1972 in München, bei dem ein palästinensisches Kommando elf israelische Sportler ermordete.“

Olaf Kistenmacher ist Historiker aus Hamburg. Seine Promotion schrieb er über: „Arbeit und 'jüdisches Kapital'. Antisemitische Aussagen in der Tageszeitung der KPD, 'Die Rote Fahne', während der Weimarer Republik, 1918 bis 1933.“ Er beschäftigt sich vertieft mit Phänomenen des Antisemitismus, insbesondere auch mit „linkem Antisemitismus“. 2016 veröffentlichte er das Buch „Der Fall Ethel und Julius Rosenberg: Antikommunismus, Antisemitismus und Sexismus in den USA zu Beginn des Kalten Krieges“.

20. Februar 2018

Podiumsdiskussion „Der NSU-Prozess“. Um 19.00 Uhr im NS-Dokumentationszentrum München, Auditorium (Brienner Straße 34). Der Eintritt ist frei.

Aus der Ankündigung:

Bereits seit Anfang Mai 2013 läuft der Prozess um die Verbrechen der Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund". Angeklagt sind fünf Personen: Beate Zschäpe, Mitglied des Kerntrios, sowie vier mutmaßliche Unterstützer und Gehilfen. Insgesamt werden dem NSU zehn Morde, drei Sprengstoffanschläge und 15 Raubüberfalle vorgeworfen. Mittlerweile sind fast 400 Prozesstage ins Land gezogen, von denen nicht wenige mit Befangenheitsanträgen und juristischen Scharmützeln der Verteidiger gefüllt waren. Trotz der langen Dauer und des schleppenden Fortgangs des Prozesses ist das mediale und öffentliche Interesse ungebrochen - Das Verlangen insbesondere der Betroffenen und Hinterbliebenen nach Aufklärung und Gerechtigkeit ist hoch. Viele Fragen aber bleiben offen: Wie konnten die rechtsextremen Terroristen über 13 Jahre lang Anschläge verüben, rauben und morden und dabei unentdeckt im Untergrund leben? Wie groß war ihr Unterstützernetzwerk wirklich und wie kann es sein, dass die deutschen Sicherheitsbehörden derart lange im Dunkeln tappten?

Diese und weitere Fragen und Aspekte des NSU-Prozesses diskutieren Robert Andreasch (NSU-Watch), Annette Ramelsberger (Süddeutsche Zeitung), Seda Basay-Yildiz (Opferanwältin) und Günther Beckstein (Bayerischer Ministerpräsident a.D.). Moderation: Frank Jansen (Der Tagesspiegel).

7. März 2018

Filmvorführung und Gespräch „Die Arier“. Mit Mo Asumang, um 19.00 Uhr im NS-Dokumentationszentrum München (Brienner Str 34), Auditorium.

Aus der Ankündigung:

Der Begriff „Arier“ wurde von den Nationalsozialisten als Bestandteil ihrer Rassenideologie der „völkischen Ungleichheit“ verunglimpft. Der Dokumentarfilm „Die Arier“ recherchiert die Bedeutung und Herkunft des Begriffs und dessen Missbrauch durch Rassisten in Deutschland und den USA. Die afrodeutsche Regisseurin Mo Asumang geht in dem Film der Frage nach, was hinter der Ideologie von sogenannten Herrenmenschen und niederen Rassen steckt. Sie begibt sich dazu zu selbsternannten „Ariern“ auf Demonstrationen von Rechtsradikalen, reist zur „Volksgruppe der Arier“ in den Iran, trifft sich in den USA mit weltweit berüchtigten Rassisten und begegnet dem Ku-Klux-Klan. Überall dort konfrontiert sie Menschen, die sich als „Arier“ gerieren, mit der Frage, was ein „Arier“ eigentlich sei.

Im Anschluss an die Filmvorführung spricht die Regisseurin Mo Asumang mit Antonie Rietzschel (Süddeutsche Zeitung) über ihre mutigen Recherchen und ihre Erfahrungen mit Fremdenfeindlichkeit in Deutschland und den USA.

20. März 2018

Podiumsdiskussion „Abstiegsängste, Verlustgefühle, Desintegration: Zur sozialen Dimension von Rechtspopulismus“. Um 19.00 Uhr im NS-Dokumentationszentrum München, Auditorium (Brienner Str. 34). Der Eintritt ist frei.

Aus der Ankündigung:

Zuletzt hat es die Bundestagswahl 2017 deutlich gezeigt: Der Erfolg der rechtspopulistischen „Alternative für Deutschland“ war zu einem Großteil auf die erfolgreiche Mobilisierung von Nichtwählern zurückzuführen. Der AfD gelang es, die in Teilen der Bevölkerung vorhandenen Ängste vor sozialem Abstieg und einer offenen Gesellschaft in Wählerstimmen umzumünzen. Auch eine aktuelle Studie zum Phänomen der Nichtwähler in München bestätigt dies. Das Gefühl, von Politik und Gesellschaft „abgehängt“ zu sein, von den bürgerlichen Parteien nicht vertreten zu werden, ist unter Nichtwählern weit verbreitet. Politikverdrossenheit und Zukunftsängste sind besonders in bildungsfernen, in prekären Verhältnissen lebenden Bevölkerungsteilen anzutreffen. Wie können vermeintlich oder tatsächlich sozial „Abgehängte“ für die Demokratie zurückgewonnen werden? Was hat soziale Teilhabe mit Rechtspopulismus und Rechtsextremismus zu tun?

Diese und weitere Fragen diskutieren Dipl. Soz. Werner Fröhlich und Mirko Broll (Institut für Soziologie der LMU), Dr. Miriam Heigl (Fachstelle für Demokratie der LHM) und Martina Hartmann (Regsam – Regionale Netzwerke für soziale Arbeit in München). Moderation: Dr. Ralf Melzer (BayernForum der Friedrich-Ebert-Stiftung).

Antifa-Termine im Süden

  • 19. Januar 2018

    Bamberg: Vortrag „Feminismus von Rechts?“. Mit Steffi Neumann, um 20.00 Uhr im Balthasar, Balthasargäßchen

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  • 23. Januar 2018

    Passau: Veranstaltung „Ideologie und Kulturbegriff der 'Neuen Rechten'“. Mit vonnichtsgewusst, um 20.00 Uhr in

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  • 27. Januar 2018

    Dachau: Anlässlich des Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus findet um 19.00 Uhr im

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  • 27. Januar 2018

    Nürnberg: Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz. Von 15.00 Uhr bis 16.00

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  • 31. Januar 2018

    Regensburg: Vortrag „Mit Moskau gegen die USA? Die Russland-Strategien der Rechten“. Im Rahmen der

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Rechte Termine München

  • 25. Januar 2018

    AFD-Stammtisch. Der AFD KV München-West/Mitte lädt zu einem öffentlichen Stammtisch ein. Stattfinden

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  • 27. Januar 2017

    Evangelikale Veranstaltung mit rechtem Referenten. Die überkonfessionelle, evangelikale Organisation „Internationale Vereinigung christlicher

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  • 6. Februar 2018

    Veranstaltung der „Burschenschaft Danubia“. Die ultrarechte „Burschenschaft Danubia“ kündigt einen „burschenschaftlichen Abend“

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  • 8. Februar 2018

    Veranstaltung der Burschenschaft „Cimbria“. Die rechte Burschenschaft „Cimbria“ mobilisiert für 20.00 Uhr

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  • 10. April 2018

    Konzert von „Frei.Wild“. Die italienische Rechtsrockband „Frei.Wild“ soll im Rahmen der „Rivalen

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Rechte Termine im Süden

  • 20. Januar 2018

    Bamberg: Neonazi-Kundgebung. Wie kurzfristig bekannt wurde, planen Neonazis der Partei „Der dritte

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  • 20. Januar 2018

    Nürnberg: „PEGIDA“-Aufmarsch geplant. Die Akteur_innen von „PEGIDA Nürnberg“ kündigen eine erneute Versammlung

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  • 22. Januar 2018

    Augsburg: Veranstaltung von „Konservativer Aufbruch“ und CSU mit Birgit Kelle. Die Rechtsaußen

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  • 26. Januar 2018

    Augsburg: Veranstaltung der „Identitären“ angekündigt. Die sogenannte „identitäre Bewegung“ (IB) behauptet, am

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  • 2. Februar 2018

    Augsburg: AfD-Veranstaltung mit Jörg Meuthen im Rathaus. Die AfD Augsburg will einen

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