Antifaschistische Termine in München

Protest in München
In dieser Rubrik informieren wir über antifaschistische Protestaktionen, Kundgebungen, Demonstrationen, Ausstellungen, Konzerte und mehr in der bayerischen Landeshauptstadt München.




OSS-Prozess

Der Prozess gegen die sog. "Oldschool Society" (wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung) findet jeweils um 10.00 Uhr im Strafjustizzentrum, Nymphenburgerstr. 16, Sitzungssaal B 277 statt. Die nächsten Sitzungstermine sind nach momentaner Planung die unten angegebenen (Stand: 9. Februar 2017):

Dienstag, 21. Februar 2017
Mittwoch, 22. Februar 2017
Donnerstag, 9. März 2017
Mittwoch, 15. März 2017
Montag, 27. März 2017

2. Februar 2017 - 6. März 2017

Ausstellung „Verlorenes Gedächtnis? Orte der NS-Zwangsarbeit in der Tschechischen Republik“. Im Tschechischen Zentrum München, Prinzregentenstraße 7.

Die Ausstellung wirft am Beispiel von 18 Orten in Tschechien einen Blick auf die NS-Zwangsarbeit. Aktuellen Bildern der Orte werden Zeitzeugenaussagen und historische Fotografien gegenübergestellt, die im Zusammenhang mit der Zwangsarbeit und der Nachkriegsgeschichte der Orte stehen.

Vernissage am 2. Februar 2017, 19.00 Uhr: Adam Alfons (Institut zur Erforschung totalitärer Regime, Prag) stellt im Rahmen der Vernissage die Ausstellung vor und spricht mit dem Zeitzeugen Ernst Kukula (geb. 1934 in Müglitz / Mohelnice) über die Thematik der NS-Zwangsarbeit.

3. März 2017

Veranstaltung „Antifa Gençlik – migrantische Selbstorganisierung in der antifaschistischen Linken (Çagri Kahvec)“. Um 20.00 Uhr im Kafe Marat (Thalkirchnerstraße 102). Der Eintritt ist frei.

Aus der Ankündigung der Antifa NT:

„Antifa Genclik wurde 1988 in Berlin an der Schnittstelle migrantischer Vereinskultur, Jugendbanden des Kiez und autonomer antifaschistischer Politik gegründet. Bald bildeten sich Antifa-Gençlik-Gruppen in mehreren deutschen Städten und darüber hinaus. Mitte der 1990er Jahre lösten sich die Strukturen als Folge staatlicher Repression auf. Bis heute stellt die Antifa Gençlik einen einzigartigen Organisationsansatz im Kontext autonomer und antifaschistischer Politik in Deutschland dar.
Das Buch 'Antifa Gençlik. Eine Dokumentation (1988-1994)' dokumentiert die theoretischen Grundlagen und die Praxis der Organisation anhand von Artikeln, Diskussionspapieren und Interviews, die von 1988 bis 1994 erschienen. Zusätzlich beinhaltet es den bisher unveröffentlichten Erfahrungsbericht eines ehemaligen Mitglieds sowie Begleittexte zur historischen Verortung und gesellschaftlichen Bedeutung der Antifa Gençlik.
Mit einer Veranstaltung, in dem das Buch vorgestellt wird, soll dessen Anspruch, einen Beitrag zur Dokumentation linker Bewegungsgeschichte zu leisten und Debatten zu antifaschistischem Widerstand, migrantischer Selbstorganisation, linken Bündnissen und antirassistischer Politik anzuregen, nach gekommen werden.
Die Buchvorstellung erfolgt durch Çagri Kahveci, der den 3. Teil des Buches, welches als Nachwort dient, verfasst hat.“

6. März 2017

Podiumsdiskussion „NS-Zwangsarbeit in der Erinnerung von Münchnern und Vertriebenen“. Um 19.00 Uhr im Tschechischen Zentrum München, Prinzregentenstr. 7.

Aus der Ankündigung:

Zwangsarbeit fand an einer Vielzahl von Orten in der heutigen Tschechischen Republik statt: sowohl in den Gebieten, die 1938 an das Deutsche Reich angeschlossen wurden und oft als „Sudetenland“ bezeichnet werden, als auch im „Protektorat Böhmen und Mähren“.

Die vom 2.2. bis zum 7.3. 2017 im Tschechischen Zentrum München gezeigte Wanderausstellung „Verlorenes Gedächtnis? Orte der NS-Zwangsarbeit in der Tschechischen Republik“ thematisiert die weitgehend unbekannte Geschichte der NS-Zwangsarbeit in den böhmischen Ländern. Die Ausstellung wirft am Beispiel von 18 Orten in der Tschechischen Republik einen Blick auf die NS-Zwangsarbeit. Aktuellen Bildern der Orte werden Zeitzeugenaussagen und historische Fotografien gegenübergestellt, die im Zusammenhang mit der Zwangsarbeit und der Nachkriegsgeschichte der Orte stehen.

Bei der Podiumsdiskussion sprechen Dr. Jürgen Zarusky (Institut für Zeitgeschichte München – Berlin), Dr. Marketa Spiritová (LMU München), Dr. K. Erik Franzen (Collegium Carolinum München), Dr. Andreas Heusler (Stadtarchiv München), Dr. Alfons Adam (Ustav pro studium totalitních rezimu, Prag) und Dr. Angela Hermann (NS-Dokumentationszentrum München) über die NS- Zwangsarbeit in der Erinnerung von Münchnern und Vertriebenen. Moderation: Petr Brod (Journalist)

9. März 2017 - 5. Juni 2017

Ausstellung „Angezettelt. Antisemitische und rassistische Aufkleber von 1880 bis heute“. Im NS-Dokumentationszentrum (Sonderausstellungsbereich Ebene 1), Brienner Straße 34.

Aus der Ankündigung:

Nach der historischen Ausstellung zur Verfolgung der Sinti und Roma in München und Bayern befasst sich die neue Präsentation ab dem 9. März mit Judenfeindlichkeit, Rassismus und aktuellen Feindbildern, die anhand von außergewöhnlichen Exponaten dokumentiert werden: „Angezettelt“, zeigt antisemitische und rassistische Aufkleber von 1880 bis heute.

Seit dem Kaiserreich zeugen massenhaft verbreitete Klebezettel, Sammelbilder, Briefverschlussmarken und Sticker von menschenfeindlichen Ressentiments gegen Juden und andere Gruppen. Die vom Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin, dem Zentrum Jüdische Studien Berlin-Brandenburg und dem NS-Dokumentationszentrum München konzipierte Ausstellung beschreibt die soziale Praxis, mit deren Hilfe antisemitische und rassistische Feindbilder geschürt wurden und werden.

Aber auch die Gegenwehr der Betroffenen und der Zivilgesellschaft findet Ausdruck in diesem kleinformatigen sozialen Medium. Ein Teil der Ausstellung wird lokale Beispiele zeigen: Denn auch in München wurde und wird mit Klebezetteln öffentliche Hetze betrieben. Die zweisprachig (Deutsch-Englisch) konzipierte Ausstellung ist bis zum 5. Juni zu sehen und wird durch ein vielfältiges Veranstaltungs- und Bildungsprogramm begleitet.

14. März 2017

Film und Gespräch: „White charity“ - Rassismus, „Schwarzsein & Weißsein auf Spendenplakaten“. Um 18.30 Uhr im Jugendinformationszentrum (JIZ), Sendlinger Str. 7 (im Innenhof). Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus.

Aus der Ankündigung:

Schwarzsein & Weißsein auf Spendenplakaten – Werbeplakate von entwicklungspolitischen Organisationen wie „Brot für die Welt“, „Welthungerhilfe“, „Kindernothilfe“ oder „Care“ prägen das Bild auf Straßen, Plätzen, in Bahnhöfen und U-Bahnen in Deutschland. Sie haben einen großen Einfluss darauf, wie in Deutschland Schwarze und weiße Identitäten konstruiert werden. Der Dokumentarfilm analysiert die Spendenplakate aus einer rassismuskritischen, postkolonialen Perspektive. „White charity“ stellt unterschiedliche Perspektiven vor: Ausgehend von den Spendenplakaten diskutieren Vertreter_innen von Hilfsorganisationen mit Wissenschaftler_innen über Entwicklungszusammenarbeit, koloniale Fantasien, Rassismus und Machtstrukturen. „White charity“ ist eine exemplarische Auseinandersetzung mit Rassismus in Bildern, die weit über den entwicklungspolitischen Horizont von Bedeutung ist und unterstützt einen schärferen Analyseblick auf Bilder in kommerzieller Werbung, Print und TV. Ein Film von Carolin Philipp und Timo Kiesel.

Diskussion mit Fachleuten und Publikum (nach dem Film):

Modupe Laja (Vorstandsmitglied EineWeltHaus e.V., AK Panafrikanismus e.V., Anti-Ra Sprecherin)
Zara Pfeiffer (Netzwerk rassismus- und diskriminierungsfreies Bayern)
Moderation: Cumali Naz (Stadtrat und Interkultbeauftragter des Kreisjugendring München-Stadt).

16. März 2017

Podiumsdiskussion „NS-Kollaboration in Litauen“. Um 19.00 Uhr im NS-Dokumentationszentrum München (Auditorium), Brienner Straße 34. Der Eintritt ist frei.

Aus der Ankündigung:

Die Buchveröffentlichung „Die Unsrigen“ (2016) sorgte in Litauen für Furore. Darin fordert die litauische Autorin Ruta Vanagaite, das Land müsse endlich anerkennen, dass sowohl die NS-Kollaborateure als auch die jüdischen Opfer Landsleute waren und der Völkermord in Litauen nicht allein von „den Deutschen“ zu verantworten ist. Seit der litauischen Unabhängigkeit ist kein einziger litauischer Kollaborateur verurteilt worden, alle Verfahren wurden verschleppt. In der Forschung ist die vergleichsweise hohe Beteiligung der Litauer an den Morden hingegen längst belegt. Für die Recherchen besuchte Ruta Vanagaite gemeinsam mit Efraim Zuroff die vergessenen Mordstätten Litauens und sprach mit den letzten Zeugen. Sie erhielt daraufhin Dutzende von Anrufen von Litauern, die über ihre Familiengeschichten berichteten. Im Sommer 2016 fand erstmals ein Trauermarsch zu einem jüdischen Massengrab in der litauischen Provinz statt, an dem die kulturelle Elite des Landes teilnahm.

Die Journalistin Judith Leister diskutiert mit Ruta Vanagaite und Efraim Zuroff (Co-Autor und Direktor des Simon Wiesenthal Centers, Jerusalem) über die NS-Kollaboration in Litauen und den Umgang des Landes mit diesem schwierigen Teil seiner Vergangenheit. Die Veranstaltung wird übersetzt.

27. März 2017

Zeitzeugengespräch „'Uns kann nur ein großer Angriff retten' – Henny Brenner“. Um 19.00 Uhr im NS-Dokumentationszentrum München (Auditorium), Brienner Straße 34. Der Eintritt ist frei.

Aus der Ankündigung:

Ein Hauptanliegen des NS-Dokumentationszentrums ist es, den Erinnerungen der letzten Zeitzeugen der NS-Diktatur Gehör zu verschaffen.

Henny Brenner wurde am 25. November 1924 in Dresden geboren und wuchs als Kind einer jüdischen Mutter und eines protestantischen Vaters auf. Die nationalsozialistische Ausgrenzungspolitik veränderte das Leben der Familie stark. Ab 1941 musste Henny Brenner den „Judenstern” tragen und wurde zur Zwangsarbeit in der Rüstungsindustrie bei Zeiss-Ikon und in einer Kartonagenfabrik verpflichtet. Der Deportation und Ermordung entging sie nur knapp: Kurz vor Kriegsende am 13. Februar 1945 erhielten Henny und ihre Mutter den Deportationsbefehl. Drei Tage später wurde Dresden von den Alliierten bombardiert. Der Familie gelang es, in der zerstörten Stadt unterzutauchen und sich bis Kriegsende zu verstecken. 1952 flüchtet Henny Brenner aus der DDR nach Weiden in der Oberpfalz, wo sie ihren Mann, einen polnischen Holocaust-Überlebenden, kennenlernt. Gemeinsam setzen sich beide für den Aufbau einer jüdischen Gemeinde in Weiden ein.

Ihr Leben hat Henny Brenner in dem Buch „Das Lied ist aus“ festgehalten. Im Zeitzeugengespräch mit Felizitas Raith (NS-Dokumentationszentrum München) berichtet sie über ihre Erfahrungen im Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit.

28. März 2017

Podiumsdiskussion „Antisemitismus und Rassismus im öffentlichen Raum: Welche Gegenmaßnahmen sind nötig und möglich?“. Um 19.00 Uhr im NS-Dokumentationszentrum München (Auditorium), Brienner Straße 34. Der Eintritt ist frei.

Aus der Ankündigung:

Die Welt wird voller und dichter: Überall werden Zeichen sichtbar, in denen gesellschaftliche Überzeugungen und Konflikte, kommerzielle und kulturelle Angebote sowie politische Meinungen komprimiert sind. Aktivisten und Radikalen kann es mit Hilfe von Klebezetteln gelingen, einen starken Eindruck zu erwecken – und Angst zu erzeugen, nämlich immer dann, wenn man fürchten muss, dass Menschen Parolen und Hassbildern Taten folgen lassen.

Die Podiumsdiskussion lotet die Möglichkeiten der zivilen Gegenmaßnahmen gegen diese Form des Rassismus im öffentlichen Raum aus. Irmela Mensah-Schramm hat bundesweit über 70.000 antisemitische und rassistische Aufkleber gesammelt und entfernt und wurde dafür sowohl mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, als auch wegen Sachbeschädigung vor Gericht gestellt. Die Antifaschistische Informations- und Dokumentations- und Archiv- stelle (a.i.d.a.) sammelt seit 1990 Material zu den Themenbereichen Nationalismus und Rassismus. Robert Andreasch kann Auskunft über die Personen und Organisationen geben, die hinter den Aufklebern stecken. Richard Volkmann von der Europäischen Janusz Korczak Akademie München beleuchtet aus jüdischer Perspektive die antisemitische Alltagspropaganda. Moderation: Thies Marsen (Bayerischer Rundfunk).

Antifa-Termine im Süden

  • 23. Februar 2017

    Dachau: Veranstaltung „Antifeminismus von ,Rechts‘“. Mit Juliane Lang (Forschungsnetzwerks Frauen und Rechtsextremismus), um 19.00

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  • 16. März 2017

    Dachau: Veranstaltung „Homo- und Transfeindlichkeit in deutschen Medien“. Mit Katrin Gottschalk, um 19.00 Uhr

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Rechte Termine München

  • 21. Februar 2017

    „PEGIDA“-Infostand. Die Akteur_innen von „PEGIDA München“ planen eine stationäre Versammlung auf dem

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  • 22. Februar 2017

    AfD-Veranstaltung „Sicherheit in Zeiten der Massenzuwanderung“. Der AfD-Kreisverband München-Ost plant eine Veranstaltung 

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  • 22. Februar 2017

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  • 23. Februar 2017

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  • 24. Februar 2017

    „PEGIDA“-Infostand. Die Akteur_innen von „PEGIDA München“ planen eine stationäre Versammlung in der

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Rechte Termine im Süden

  • 1. März 2017

    Osterhofen: „Politischer Aschermittwoch“ der AfD. erneut will die radikal rechte „Alternative für

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