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19. Mai 2026

Gespräch „Der neue faschistische Körper“. Mit Dagmar Herzog und Paula-Irene Villa Braslavsky. Um
19.00 Uhr im NS-Dokumentationszentrum, Max-Mannheimer-Platz 1. Keine Anmeldung notwendig. Teilnahme kostenfrei. Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt und wird von den Museum Signers in Deutsche Gebärdensprache übersetzt.


Aus der Ankündigung:

Der Erfolg faschistischer Bewegungen und Parteien lässt sich nicht allein mit Angst und Wut erklären. Ebenso ausschlaggebend sind die Lust und das Vergnügen an Gewalt und Aggression. So ist Rassismus besonders intensiv, wenn er erotisch aufgeladen ist, etwa, wenn Migration als sexuelle Bedrohung für deutsche Frauen dargestellt wird. Neben diesem „sexy Rassismus“, so die Historikerin Dagmar Herzog, ist eine obsessive Behindertenfeindlichkeit elementarer Grundbaustein radikalrechter Programme.

In ihrem Buch Der neue faschistische Körper (Wirklichkeit Books, 2025) unternimmt Dagmar Herzog den Versuch, die Geistesgeschichte dieser beiden Phänomene – libidinöse Intensivierung im Faschismus und Feindseligkeit gegenüber als imperfekt wahrgenommenen Körpern – zusammenzudenken. Denn nur wer die Gefühlswelten und Debatten vergangener Faschismen studiert, kann ihre gegenwärtige Erscheinungsform verstehen und bekämpfen.

Mit der Soziologin Paula-Irene Villa Braslavsky (Ludwig-Maximilians-Universität) spricht die Autorin über die historischen Verbindungen zwischen Rassismus, Ableismus und sexualisierten Gewaltbildern – und erläutert mit Blick auf die USA und Deutschland, wie beunruhigend präsent diese Phänomene auch heute wieder sind.

Dagmar Herzog ist Distinguished Professor of History am Graduate Center der City University of New York. Sie unterrichtet und schreibt zur Sexual- und Geschlechtergeschichte in der Moderne, Nationalsozialismus und Holocaust, Geschichten des Disability-Aktivismus und der Care-Arbeit, Psychiatrie und Psychoanalyse. Sie ist u.a. Autorin von Sexuality in Europe (Cambridge 2011), Die Politisierung der Lust (Neuaufl. Psychosozial 2021), Cold War Freud (Suhrkamp 2023) und Eugenische Phantasmen: Eine deutsche Geschichte (Suhrkamp 2024).

Paula-Irene Villa Braslavsky ist Professorin für Allgemeine Soziologie und Gender Studies an der LMU München. Sie lehrt und forscht zu Biopolitik – der Verflechtung von Leben/Körper und Gesellschaft –, zu Care (Fürsorge, Pflege), zu soziologischer Theorie, zu Populärkultur und zu politischer Soziologie.

Veranstalter_innen: NS-Dokumentationszentrum München, Amerikahaus München und Bayerische Amerika-Akademie in der gemeinsamen Reihe Voices of Democracy.

 

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