Antifaschistische Termine in München

Protest in München
In dieser Rubrik informieren wir über antifaschistische Protestaktionen, Kundgebungen, Demonstrationen, Ausstellungen, Konzerte und mehr in der bayerischen Landeshauptstadt München.




9. März 2017 - 5. Juni 2017

Ausstellung „Angezettelt. Antisemitische und rassistische Aufkleber von 1880 bis heute“. Im NS-Dokumentationszentrum (Sonderausstellungsbereich Ebene 1), Brienner Straße 34.

Aus der Ankündigung:

Nach der historischen Ausstellung zur Verfolgung der Sinti und Roma in München und Bayern befasst sich die neue Präsentation ab dem 9. März mit Judenfeindlichkeit, Rassismus und aktuellen Feindbildern, die anhand von außergewöhnlichen Exponaten dokumentiert werden: „Angezettelt“, zeigt antisemitische und rassistische Aufkleber von 1880 bis heute.

Seit dem Kaiserreich zeugen massenhaft verbreitete Klebezettel, Sammelbilder, Briefverschlussmarken und Sticker von menschenfeindlichen Ressentiments gegen Juden und andere Gruppen. Die vom Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin, dem Zentrum Jüdische Studien Berlin-Brandenburg und dem NS-Dokumentationszentrum München konzipierte Ausstellung beschreibt die soziale Praxis, mit deren Hilfe antisemitische und rassistische Feindbilder geschürt wurden und werden.

Aber auch die Gegenwehr der Betroffenen und der Zivilgesellschaft findet Ausdruck in diesem kleinformatigen sozialen Medium. Ein Teil der Ausstellung wird lokale Beispiele zeigen: Denn auch in München wurde und wird mit Klebezetteln öffentliche Hetze betrieben. Die zweisprachig (Deutsch-Englisch) konzipierte Ausstellung ist bis zum 5. Juni zu sehen und wird durch ein vielfältiges Veranstaltungs- und Bildungsprogramm begleitet.

11. März bis 20. April 2017

Ausstellung „Skizzen aus dem NSU-Prozess“. Von Günter Wangerin. Im Kulturhaus Milbertshofen (Curt-Mezger-Platz 1), Saal 0.01 und 2. Etage.
Vernissage am 11. März 2017 um 19.00 Uhr, mit einer Einführung in den NSU-Prozess durch Robert Andreasch (Initiative NSU-Watch).

Aus der Ankündigung:

"Daran kann ich mich aus heutiger Sicht nicht mehr erinnern"
- Das prozesstypische Zitat im Titel stammt von einer Zeugenaussage eines Beamten des Verfassungsschutzes.

Der Maler und Grafiker sitzt in unregelmäßigen Abständen im NSU-Prozess und zeichnet dort. Die Skizzen von Günter Wangerin wurden aus einer Vielzahl von Bleistiftzeichnungen ausgewählt, die in der Zeit zwischen Ende 2014 bis heute während der Verhandlung gegen Beate Z. und andere im Gerichtsgebäude an der Nymphenburgerstraße entstanden. Es sind atmosphärische Eindrücke von den Menschen im Prozessgeschehen aus der Perspektive des Zuschauers auf der Tribüne über dem Verhandlungssaal.

Günter Wangerin, Jahrgang 1945, Maler, Grafiker und Cartoonist. Er war an der szenischen Darstellung der Gedichte von Bertolt Brecht wie "Legende vom toten Soldaten" und "Der anachronistische Zug oder Freiheit und Democracy" beteiligt, die auf Militär-LKWs in den 80er und 1990er Jahren durch die Straßen der Republik zogen. Bei dieser Gelegenheit arbeitete er als Maskenskulpteur eng mit der Brecht-Tochter Hanne Hiob und dem Regisseur Thomas Schmitz-Bender zusammen, dessen Verdienst es war, Brecht aus dem Theater heraus auf die Straße zu bringen.

Wangerin: "Für mich als Zeichner war das eine Situation, an die ich mich erst gewöhnen musste, weil sich die Agierenden doch in einiger Entfernung befinden, schätzungsweise zwischen 12 und 25 Meter von mir weg“, sagt Wangerin und fügt hinzu „es war für mich etwas gänzlich Neues, Menschen aus dieser Distanz aufs Papier zu bringen, bisweilen wechselt die Szene ja sehr schnell, z.B. bei kurzen Zeugenauftritten. Oft sind Zeugen nur von hinten zu sehen. Ich machte jedoch bald die Erfahrung, dass gerade die Distanz das Charakteristische eines Gesichts oder eines Geschehens besonders heraushebt. Ähnlich ging es mir übrigens auch mit dem im Gerichtssaal Gesprochenen. Der Lautsprechereffekt hat in dieser Umgebung etwas sehr Eindringliches. Meine Wahrnehmung verlagerte sich weg von Beate Z. und den anderen Angeklagten auf die Bundesanwaltschaft. Wie sie sich festlegte auf die Einzeltäterschaft des Trios, von dem zwei tot sind. …"

28. März 2017

Podiumsdiskussion „Antisemitismus und Rassismus im öffentlichen Raum: Welche Gegenmaßnahmen sind nötig und möglich?“. Um 19.00 Uhr im NS-Dokumentationszentrum München (Auditorium), Brienner Straße 34. Der Eintritt ist frei.

Aus der Ankündigung:

Die Welt wird voller und dichter: Überall werden Zeichen sichtbar, in denen gesellschaftliche Überzeugungen und Konflikte, kommerzielle und kulturelle Angebote sowie politische Meinungen komprimiert sind. Aktivisten und Radikalen kann es mit Hilfe von Klebezetteln gelingen, einen starken Eindruck zu erwecken – und Angst zu erzeugen, nämlich immer dann, wenn man fürchten muss, dass Menschen Parolen und Hassbildern Taten folgen lassen.

Die Podiumsdiskussion lotet die Möglichkeiten der zivilen Gegenmaßnahmen gegen diese Form des Rassismus im öffentlichen Raum aus. Irmela Mensah-Schramm hat bundesweit über 70.000 antisemitische und rassistische Aufkleber gesammelt und entfernt und wurde dafür sowohl mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, als auch wegen Sachbeschädigung vor Gericht gestellt. Die Antifaschistische Informations- und Dokumentations- und Archiv- stelle (a.i.d.a.) sammelt seit 1990 Material zu den Themenbereichen Nationalismus und Rassismus. Robert Andreasch kann Auskunft über die Personen und Organisationen geben, die hinter den Aufklebern stecken. Richard Volkmann von der Europäischen Janusz Korczak Akademie München beleuchtet aus jüdischer Perspektive die antisemitische Alltagspropaganda. Moderation: Thies Marsen (Bayerischer Rundfunk).

4. April 2017

Vortrag: „'Deutschland treibt sich ab!' - Organisierter Lebensschutz. Christlicher Fundamentalismus. Antifeminismus“. Um 19.30 Uhr in der Münchner Aidshilfe (Lindwurmstr. 71, Raum 0.1).

Aus der Ankündigung von firm-Fachinformationsstelle Rechtsextremismus München FEIERWERK e.V. und Aktionsbündnis 'Vielfalt statt Einfalt' München:

Der christliche Antifeminismus und die expliziten Anti-Abtreibungsorganisationen drängen mit ihren Kampagnen in die Öffentlichkeit. Dabei können sie sich auf gesellschaftliche Diskurse berufen, die auch von anderen Gruppen bestimmt werden: Das rechtskonservative bis neurechte Spektrum von den „Christdemokraten für das Leben“ bis zur extrem rechten Zeitung „Junge Freiheit“ sehen die Demografiepolitik und eine Restauration konservativer Werte und Familienbilder als ihr Agitationsfeld. Das religiöse Spektrum verteidigt eine vermeintlich natürliche, gottgewollte „christliche“ Ordnung. Der Antifeminismus formiert sich im Kampf gegen Gender Mainstreaming und reproduktive und sexuelle Rechte. In der Veranstaltung wollen wir nicht einzelne Neonazis in den Spektren herauspicken, sondern das antidemokratische Potenzial der Argumentationen herausarbeiten: Die Befürwortung eines homogenen Staatsvolkes, das biologistische Menschenbild, Antikommunismus, Antifeminismus und den Angriff auf die 68er-Bewegung mit all seinen normierenden, ausschließenden und antiemanzipativen Forderungen.

Die Referent_innen Felix Hansen und Eike Sanders sind Mitarbeiter*innen des Apabiz e.V. – Antifaschistisches Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin. Sie beobachten neben der extremen Rechten in all ihren Facetten seit einigen Jahren auch die 1000-Kreuze-Märsche und das Spektrum des christlichen Antifeminismus.

Einlassvorbehalt: Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische, homo- / transphobe oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, sind von der Veranstaltung ausgeschlossen.

4. April 2017

Vortrag „Didier Eribons 'Rückkehr nach Reims'. Die unteren Klassen und der Front National“. Mit Robert Günthner und Wolfgang Veiglhuber. Um 18.00 Uhr im DGB Haus (Schwanthalerstr. 64).

Aus der Ankündigung von Arbeit und Leben München:

Warum trauen viele Menschen aus den unteren Schichten der französischen Gesellschaft dem Front National eine Verbesserung ihrer sozialen Lage zu, selbst viele frühere Unterstützer der französischen Linken? Eine Antwort bietet der französische Soziologe Didier Eribon in seinem Buch „Rückkehr nach Reims“, das im Rahmen des Vortrags vorgestellt und kritisch gewürdigt wird. Am Ende stehen Überlegungen, wie ein Konzept aussehen könnte, das das Leben vieler Menschen zu verbessern in der Lage ist – jenseits des völkischen Nationalismus.

Antifa-Termine im Süden

  • 28. März 2017

    Rosenheim: Lesung „Meine 7 Väter – Als Partisan gegen Hitler und Mussolini“. Mit Adelmo Cervi,

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  • 2. April 2017

    Rosenheim: Xavier Naidoo und die Reichsbürger - zwei Dokumentarfilme zum Thema Reichsbürger. Um 19.00 Uhr

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  • 4. April 2017

    Dachau: Antifaschistisches Infocafe. Mit einem Vortrag „Afghanistan – ein sicheres Herkunftsland?“ Um 19.00 Uhr im

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  • 4. April 2017

    Dachau: Workshop „Ist das Social Web 2.0 'rechts'? Über Strategien Rechtsextremer im Netz und

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  • 13. April 2017

    Rosenheim: Vortrag „Reichsbürger: Aggressive Verschwörungsideolog_innen im Kampf gegen Staat und Gesellschaft“. Ein Vortrag der 

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Rechte Termine München

  • 1. März - 9. April 2017

    Tägliche Versammlung radikaler Abtreibungsgegner_innen vor Klinik. Erneut wollen Abtreibungsgegner_innen in Freiham vor

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  • 28. März 2017

    AfD-Veranstaltung. Der AfD-Kreisverband München-Ost plant erneut eine Veranstaltung im Truderinger AfD-Stammlokal „Goldener

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  • 30. März 2017

    PEGIDA-München Kundgebung. Heute will PEGIDA-München von 19 bis 22 Uhr eine Versammlung

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  • 31. März 2017

    PEGIDA-München Kundgebung. Heute will PEGIDA-München von 19 bis 22 Uhr eine Versammlung

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  • 1. April 2017

    Veranstaltung der „Identitären Bewegung“. Die „Identitäre Bewegung Bayern“ (IB) plant wieder einen

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Rechte Termine im Süden

  • 1./2. April 2017

    Greding: AfD-Landesparteitag (Teil II, aktualisiert!). Der bayerische Landesverband der AfD plant für

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  • 10. April 2017

    Murnau: Neonazi-Konzert und Vortrag. Der neonazistische „Versand der Bewegung“ von Matthias Polt

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  • 12. Mai 2017

    „Unterfranken“: Veranstaltung der AfD mit André Poggenburg. Die AfD Bayern kündigt eine

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  • 13. Mai 2017

    Nürnberg: Maskulistischer, antifeministischer „Gender-Kongress“. Zum zweiten Mal nach November 2015 will die

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  • 19. Mai 2017

    „Großraum Markt Schwaben“: AfD-Veranstaltung mit Martin Hohmann. Der AfD-Kreisverband Erding-Ebersberg kündigt eine

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