Mörder unterm Edelweiß

ImageAm 28. April 2005, ab 19 Uhr findet im EineWeltHaus eine Veranstaltung gegen das jährliche Traditionstreffen der Gebirgsjäger in Mittenwald unter dem Motto "Mörder unterm Edelweiß - Kriegsverbrechen und Traditionspflege der deutschen Gebirgstruppe" statt, die das A.I.D.A.-Archiv gemeinsam mit dem AK Angreifbare Traditionspflege, dem AStA der Uni München und der VVN durchführt.







Details:
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28. April 2005 19.00 Uhr
EineWeltHaus München
(Schwanthalerstr. 80/Raum 211/212)

Veranstaltung mit:
Ernst Grube, Zeitzeuge und Landessprecher der VVN Bayern
Jakob Knab, Initiative gegen falsche Glorie, Kaufbeuren
Ralph Klein, AK Angreifbare Traditionspflege, Historiker
Regina Mentner, AK Angreifbare Traditionspflege, Historikerin
Stephan Stracke, AK Angreifbare Traditionspflege, Historiker

Edmund Stoibers Bonmot von der "unangreifbaren Traditionspflege" der deutschen Gebirgsjäger hat seit drei Jahren AntimilitaristInnen und AntifaschistInnen aus dem gesamten Bundesgebiet, Österreich, Italien, Griechenland und jetzt auch aus Slowenien zu Protesten motiviert. Ihr Protest richtet sich gegen die größte Wehrmachtssoldatenfeier, die jedes Jahr Pfingsten im bayerischen Mittenwald stattfindet. Dort wird mit logistischer Unterstützung der Bundeswehr und mit regelmäßigen Grußworten der bayrischen Staatsregierung seit 48 Jahren der Taten und der Helden der deutschen Gebirgstruppe gedacht. Die Kriegsverbrechen der Gebirgsjäger im Zweiten Weltkrieg und die Massaker an der Zivilbevölkerung in mehreren europäischen Staaten werden hingegen mit keinem Wort erwähnt, in ihren Zeitungen sogar geleugnet und als Antwort auf den Partisanenkampf legitimiert.

In jedem Jahr nehmen auch ehemalige Angehörige der Waffen-SS und eines Polizei-Regiments in Mittenwald teil, die im "Kameradenkreis der Gebirgstruppe e.V." organisiert sind. Besonders skandalös ist die Tatsache, dass die Veteranen aus Traditionskameradschaft der 12. Kompanie des 98. Regiments der 1. Gebirgs-Division, die nachweislich kollektiv die Massaker in Kommeno an 317 griechischen Zivilisten zu verantworten haben und an den Erschießungen der italienischen Gefangenen auf Kephalonia beteiligt waren, im Kameradenkreis geduldet werden und Pfingsten dort aufmarschieren können.

Der Protest gegen diese Art von Traditionspflege begann mit den mutigen Initiativen von Pax Christi und der von Jakob Knab gegründeten "Initiative gegen falsche Glorie". Zusammen mit Ralph Giordano begann er die Benennung deutscher Kasernen zu thematisieren. Knab stieß bei der historischen Recherche darauf, dass die Kasernen in Füssen und Mittenwald nach den Kriegsverbrechern Dietl und Kübler benannt waren. Erst nach jahrelangen Kampf in der Öffentlichkeit und nach vielfältigen Anfeindungen durch Soldatenverbände mussten die Gebirgsjäger-Kasernen umbenannt werden.

Veranstalter:
AIDA e.V. (Antifaschistisches Archiv München)
AK Angreifbare Traditionspflege
AStA der Uni München
Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) Bayern

Mit freundlicher Unterstützung des Kurt Eisner Vereins für politische Bildung in Bayern e.V / Kooperationspartner der Rosa-Luxemburg-Stiftung