Die "Burschenschaftliche Gemeinschaft" und ihre Positionen

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Burschenschafterkommers 2009 im Sudetendeutschen Haus, München.  (c) a.i.d.a.Die "Burschenschaftliche Gemeinschaft" (BG), der am weitesten rechtsaußen stehende Zusammenschluss von Burschenschaftern überhaupt, plant, ihr 50-jähriges Bestehen mit einem "Festkommers" am 16. Juli 2011 im "Sudetendeutschen Haus" in München zu feiern. Die Fachinformationsstelle Rechtsextremismus in München (firm) und a.i.d.a. informieren im Vorfeld mit einer Artikelserie über die "Deutsche Burschenschaft" (DB) und die "Burschenschaftliche Gemeinschaft" (BG). Im ersten Beitrag widmet sich Michael Mende der "Burschenschaftlichen Gemeinschaft" und ihren Positionen.

Die "Burschenschaftliche Gemeinschaft" und ihre Positionen

„Die heutigen Staatsgrenzen wurden willkürlich gezogen; das deutsche Volkstum muß sich frei in Europa entfalten können“(1)

Beim „Burschentag“ der „Deutschen Burschenschaft“ (DB) 1961 in Nürnberg erlitt der rechte Flügel des Verbandes eine herbe Niederlage: Denn der Antrag auf Vereinigung der Deutschen Burschenschaft (DB) mit der Deutschen Burschenschaft in Österreich (DBÖ) fand keine Mehrheit. Daraufhin gründeten die unterlegenen Rechten am 15. Juli 1961 in München eine eigenständige Organisation innerhalb der Burschenschaften: die „Burschenschaftliche Gemeinschaft“ (BG).
Zehn Jahre später gelang es der BG dann doch, den gewünschten Zusammenschluss herzustellen. Heute existiert die BG immer noch und begeht ihren 50. Geburtstag. Sie propagiert die Pflichtmensur und einen „volkstumsbezogenen Vaterlandsbegriff“. Damit stellt sie den rechten Rand in einem eh schon rechten Dachverband dar. Es folgt ein kleiner Ausflug in die völkische Gedankenwelt der BG.

Wiederaufbau in Zeiten der "Umerziehung"

Nach der Befreiung vom Nationalsozialismus verboten die Alliierten Studentenverbindungen(2) zunächst wegen ihres paramilitärischen und reaktionären Charakters. Die meisten Korporationen hatten – ungeachtet einem gewissen Macht- und Kompetenzgerangel mit dem Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund (NSDStB) mancherorts – einen erheblichen Beitrag zur Ideologisierung der Hochschulen geleistet; ihre Mitglieder waren in aller Regel überzeugte Nationalsozialisten. Die West-Alliierten lockerten dieses Verbot allerdings schon nach kurzer Zeit, so dass sich Studentenverbindungen wieder (offen)(3) zusammenfinden konnten. So gründete sich am 16.Juni 1950 die Deutsche Burschenschaft als Dachverband in Marburg wieder; am 29.Mai 1952 folgte die Deutsche Burschenschaft in Österreich(4).

Die beiden Dachverbände waren entlang der nationalstaatlichen Grenzen der Bundesrepublik Deutschen und der Republik Österreich organisiert. Ein erster Anlauf diese Trennung zu Gunsten eines völkischen Verständnisses deutscher Nationalität aufzuheben endete 1961 am Burschentag in Nürnberg in einer herben Niederlage für den rechten Flügel.

Geistige und kulturelle Einheit aller, die dem deutschen Volke angehören

Diese Schmach war den rechten Bünden Anlass, noch im selben Jahr die Burschenschaftliche Gemeinschaft in München aus der Taufe zu heben. Nach eigenen Angaben waren es zunächst 42 Burschenschaften, die sich in ihrem Gründungsprotokoll(5) auf fünf inhaltliche Kernforderungen und zehn weitere eher organisationspolitische Statuten verständigten. An oberster Stelle stand dabei der „volkstumsbezogene Vaterlandsbegriff“ „als dem historischen Vaterlandsbegriff der Urburschenschaft“. Es folgt die Forderung nach der „geistige[n] und kulturelle[n] Einheit aller, die dem deutschen Volke angehören und sich zu ihm bekennen“. Ziffer 3 ist dem (Lippen-)Bekenntnis „zu den demokratischen Verfassungen der derzeit bestehenden freien deutschen Rechtsstaaten“ gewidmet, jedoch nicht ohne „jeglichen geistigen Separatismus im deutschen Volke“ zu geißeln. Die Punkte vier und fünf drücken zusammengenommen den Wunsch nach einer burschenschaftlichen Bewegung in „geistiger und organisatorischer Einheit“ in Tradition der Jenaer Urburschenschaft von 1848 aus. Beschlüsse, die von der BG mit dreiviertel Mehrheit getroffen werden und sich auf diese ersten fünf Statuten beziehen, sind bei den Abstimmungen auf dem Burschentag für alle BG-Mitgliedsbünde nach Absatz 8 verpflichtend.

In der Anwendung dieser Grundsätze erwächst daraus beispielsweise eine sehr aggressive Ablehnung der Idee einer österreichischen Nation, selbstverständlich aber nicht, weil Nationalismus abgelehnt würde, sondern weil diese sich zum Deutschtum bekennen solle. Im Handbuch der Deutschen Burschenschaft aus dem Jahr 2005 schreibt Eckard Ehrlicher dazu:

„Bald [nach 1945] tauchte in einzelnen Veröffentlichungen die überraschende und unfundierte Theorie auf, es bestehe in Österreich eine eigene, nichtdeutsche, österreichische Nation. Diese Behauptung hatte die Kommunistische Partei schon 1937 aus politischen Gründen vertreten. Nun wurde sie auch von Nichtkommunisten übernommen. Insbesondere marxistische Intellektuelle und der politische Katholizismus propagieren zunehmend stärker die Fiktion der eigenständigen österreichischen Nation. Diese Gruppen haben als Folge des Jahres 1945 großen Einfluß auf das Pressewesen. [..]
Daß die Österreicher Deutsche sind und folglich Österreich ein deutscher Staat ist, [..] gilt trotz der neuerdings von österreichischen Politikern verstärkt inszenierten Versuche, eine österreichische Nation künstlich zu schaffen. Es wurde eine geradezu abenteuerliche Völker- und Rassemischung für den angeblichen Österreicher konstruiert und kolportiert. Daß es kein österreichisches Volk gibt, ist eine historisch unanfechtbare Erkenntnis.“
(6)

Dieter Niederhausen und Heinz Herrmann ergänzen das im Aufsatz „Volk, Nation, Vaterland – Grundbegriffe burschenschaftlicher Politik“ des selben Traktats:

„Die Nation ist [..] kein Wert, für den man sich beliebig entscheiden könnte, sie ist vielmehr objektive Wirklichkeit. Die Versuche, den Deutschen in der Bundesrepublik Deutschland wie auch in der Republik Österreich eine Art „Verfassungspatriotismus” oder eine eigene „Staatsnation” anzuerziehen, können nicht darüber hinwegtäuschen, daß es sich bei den Gesellschaftsordnungen und den Staatenbildungen nur um menschlich geschaffene Formen handelt, die man hat, während die Nation als das bewußt handelnde Volk etwas ist, dem man angehört.“(7)


Gegen "Regionalismus" und "Kleinstaaterei"...

Einerseits bekennt sich die BG zwar zu den demokratischen Verfassungen nicht explizit benannter derzeit bestehender freier deutscher Rechtsstaaten, womit aber die Bundesrepublik Deutschland und die Republik Österreich gemeint sein dürften. Andererseits empfindet sie Verfassungspatriotismus und vor allem die Idee einer eigenständigen österreichischen Nation abstoßend. Überhaupt sei „eine Orientierung des Vaterlandsbegriffs am Staat [..] infolge der Kurzlebigkeit und Unbeständigkeit der Staaten häufiger Umdeutung ausgesetzt“(8). „Weiterhin unterstützt die Burschenschaftliche Gemeinschaft den volkstumsbezogenen Vaterlandsbegriff ohne Rücksicht auf staatliche Gebilde und deren Grenzen. Einen Regionalismus, der zurück in die geistige Enge der Kleinstaaterei führt“(9), lehnt sie ab. Sie beklagt einen „wild wuchernden Regionalismus mit eigenen gesetzlichen Bestimmungen in jedem Land“ und fordert „einheitliches deutsches Recht“(10). Den burschenschaftlichen Winkel-Advokaten dürfte dabei mit Sicherheit nicht entgangen sein, dass ein solches „einheitliches deutsches Recht“ nur durch den Aufbau eines neuen großdeutschen Staates herzustellen ist(11) – oder durch die Wiederbelebung eines alten. Denn:

„Das Deutsche Reich ist 1945 nicht untergegangen und besteht unverändert fort. Als Staat ist das Deutsche Reich derzeit nicht handlungsfähig, weil es keine eigenen Organe hat. Die Staatsgewalt des Deutschen Reiches ist 1945 unmittelbar auf das deutsche Volk in seiner im Reichsgebiet lebenden Gesamtheit als gesamtdeutschen Souverän übergegangen. Der gesamtdeutsche Souverän hatte seit 1945 bis heute keine Gelegenheit, gesamtdeutsche legislative und exekutive Organe einzusetzen.[...] Dies sind die Rechtspositionen, auf denen die Deutsche Burschenschaft ihre Deutschland- und Wiedervereinigungspolitik aufbaut.“(12)

... im Stile nationalsozialistischer Außenpolitik

Es kann davon ausgegangen werden, dass einem nicht unerheblichen Teil der Akteure in der BG dies zumindest als Perspektive in einer veränderten politischen Konstellation vorschwebt. Drohungen können aber auch subtiler formuliert werden wie in den im Internet proklamierten Standpunkten der BG:

„Grundlegend für die Burschenschaftliche Gemeinschaft ist [...], daß keine freiwillige Abtretung der Ostgebiete stattgefunden hat und somit eine einseitige Verletzung des Völkerrechts vorliegt. Dennoch respektiert die BG die durch den sogenannten 2+4-Vertrag garantierten Grenzen, wenngleich sich ihrer Ansicht nach ein friedliches Zusammenwachsen der europäischen Völker [..] ohne Beseitigung der Beneš-Dekrete nicht entwickeln kann. [..]
Gerade durch die Wiedervereinigung der "DDR" mit der Bundesrepublik Deutschland hat das neue Deutschland einen Stellenwert in Europa, der einer deutschen Machtpolitik bedarf. Die Integration der osteuropäischen Staatenwelt [..] erfordert, daß Deutschland sich seiner Aufgaben bewußt wird und seine gewachsenen Machtressourcen zum Vorteil des eigenen Volkes einsetzt.“
(13)

Der Friede in Europa sei also durch die Beneš-Dekrete gefährdet. Jene Erlasse, auf denen „die Nachkriegs-Tschechoslowakei [basierte] und somit infolge dessen auch die heutige Tschechische Republik, was bedeutet, dass die Forderung nach Aufhebung der Dekrete einer Forderung nach Eliminierung dieser Grundlage gleichkommt“(14). Das erinnert unmittelbar an die nationalsozialistische Außenpolitik im Vorfeld des Münchner Abkommens. Den Nachfolgestaaten der Tschechoslowakei wird unterstellt, dass deren Souveränität den Frieden in Europa gefährde. Um dem gleich noch einmal Nachdruck zu verleihen schiebt die BG auf ihrer Homepage wenige Absätze später die Forderung nach einer deutschen Machtpolitik in Europa vor dem Hintergrund der „Integration der osteuropäischen Staatenwelt“ hinterher. Da passt es wie die Faust aufs Auge, dass der Festkommers zum fünfzigjährigen Bestehen der BG bis dato im Sudetendeutschen Haus in München stattfinden soll.


Mannbarkeitsbewährung und Wehrhaftigkeit

Doch nochmals ein kleiner Blick zurück. Zunächst zehn Jahre nach ihrer Gründung konnte die BG innerverbandlichen Vollzug bei einer ihrer zentralen Forderungen feiern: 1971 gelang die Vereinigung der westdeutschen Burschenschaften und der Deutschen Burschenschaft in Österreich unter dem Dach der Deutschen Burschenschaft. Obwohl das als voller Erfolg für die verbandliche Rechte angesehen werden kann, wird es als „Historischer Kompromiss“ bewertet. Denn die BG erhob zugleich die Forderung nach Einführung der Pflichtmensur.

Obwohl gerade die Burschenschaften in der öffentlichen Wahrnehmung „Aushängeschild“ für den reaktionären Charakter von Studentenverbindungen sind und sinnbildlich für Schmiss und Waffenstudententum stehen, gibt es eine ganze Reihe von Einzelbünden, die fakultativ schlagend sind. Das bedeutet, dass diese Burschenschaften das akademische Fechten nicht praktizieren oder es ihren Mitgliedern freistellen. Oliver Trapper (Thessalia Prag in Bayreuth), Sprecher der BG im Geschäftsjahr 2008/09, beziffert deren Anteil auf „nicht einmal 20 Prozent der heutigen Aktivitates“(15). In der Online-Ausgabe der Burschenschaftlichen Blätter streicht er 2009 die Bedeutung der Plichtmensur noch einmal mit markigen Worten heraus – und gibt damit einen eindrucksvollen Einblick wie Burschenschaft als rechte Erlebniswelt funktioniert:

„Eine burschenschaftliche Pointierung der Mensur bedeutet die Betrachtung des akademischen Fechtens als Symbolausdruck der Wehrhaftigkeit. Bei der sich heute ereignenden de-facto-Abschaffung des Wehrdienstes bleibt die Mensur probates Mittel, um dem Willen, für jenes urburschenschaftliche Kernprinzip einzustehen, substantiell belastbaren Ausdruck zu verleihen. Weiters spricht für die Mensur ihr unvermindert vielfältiges Wirken: als frei und willentlich angenommene, mannbarkeitsbewährende Grenzerfahrung; als treuebestätigendes Wahlkriterium des Schwurbundes; vor allem aber ihre stets neu zu erlebende, mit gebieterischer Überzeugungsmacht auftretende, gemeinschaftsstiftende Bindekraft.“(16)

Das Hauptanliegen der BG – der Anschluss der DBÖ an die DB – ist seit 1971 im Prinzip erfüllt. Auflösen wollte sich die BG mit dem Verweis auf die Nicht-Einführung der Pflichtmensur dennoch nicht. Heute zählt sie wie bei ihrer Gründung nach Eigenangaben 42 Mitgliedsburschenschaften. Seit Ende der 1960er nimmt sie auch Einzelmitglieder anderer Burschenschaften auf, die allerdings kein Stimmrecht genießen. Sie sollen vor allem in ihren Bünden für eine Mitgliedschaft in der BG werben(17) und in das Rechtsaußennetzwerk eingebunden werden.

Holocaust-Leugnung für die Meinungsfreiheit

Über interne Treffen und verbandsöffentliche Seminare hinaus entwickelt die BG augenscheinlich selbst nur wenige Aktivitäten. Je ein Interview mit den Burschenschaftlichen Blättern in der Online- und der Print-Ausgabe mit BG-Aktivist Oliver Trapper im Jahr 2009 wirken schon eher wie die Ausnahme. Doch gerade in der öffentlich schwerer zugänglichen Printausgabe spricht er Klartext. Auf die Frage nach der „Rechtslastigkeit“ von BG-Burschenschaften antwortet er „provokativ“: „Wo liegt das Problem?“ Die „Attribute »rechts«, »rechtsradikal« und »rechtsextrem«“ würden „im längst überholten »Rechts/Links-Schema« in der Regel synonym verwendet“. „Rechtsextremismus“ sei deshalb „mittlerweile zum politischen Kampfbegriff zur Diffamierung unliebsamer Meinungen avanciert. [..] Somit ist zwar beispielsweise das Grundrecht der Meinungsfreiheit noch auf dem Papier vorhanden, infolge der Herrschaft der »Political Correctness« aber eigentlich nichts mehr wert.“(18)

Nach dem Interview übernahm wie geplant die Wiener Burschenschaft Olympia den Vorsitz in der BG. Sie lud den britischen Holocaust-Leugner David Irving im November 2005 für den Vortrag „Die Verhandlungen Adolf Eichmanns mit jüdischen Führern in Ungarn“ in ihr Haus ein(19). Doch ihr Referent Irving wurde festgenommen und in Österreich wegen NS-Wiederbetätigung verurteilt. Bereits in der Festschrift von 1989 wusste die Olympia Wien schon:

„Wenn ein Deutscher über einzelne „sensible“ Fragen der Geschichte nur in den von den Umerziehern und ihren deutschen Helfern vorgegebenen Bahnen denken und sprechen darf, stellt dies eindeutig einen Mangel an Meinungs- und Redefreiheit und somit auch ein Fehlen der Freiheit der Wissenschaft und ihrer Lehre dar.“(20)

Der Münchner Burschenschafter Hans Merkel (Burschenschaft Arminia-Rhenania München) sprach in einer Rede bei der B! Olympia Wien im Jahr 2002 davon, wer „rückhaltlose Wahrheit“(21) „bezüglich des bis 1945 reichenden Teils der Zeitgeschichte“(22) verlange, werde „der Verharmlosung des Nationalsozialismus und der Volksverhetzung“(23) beschuldigt. Der Volksverhetzungsparagraph 130 StGb wird als strafrechtlicher Vorwurf auch für Holocaustleugnung erhoben.

Bei einer Rede am Rande des burschenschaftlichen „Thomasbummel“ in Nürnberg 2004 trat Hans Merkel erneut auf und äußerte die Hoffnung, „das Innenleben des Reichstags […] in einer Zeit besserer deutscher Charakterverfassung von seinem Bolschewikenschmuck wieder befreien [zu] können. Was uns aber bis auf weiteres leider bleiben wird, ist das im Bau befindliche Berliner Holocaustmal."(24) Merkels Korporation, die Arminia-Rhenania (DB) ist jedoch nicht in der BG organisiert. Seit vielen Jahren ist Merkel aber der in der BG aktiven Münchner Burschenschaft Danubia freundschaftlich verbunden und für diese aktiv.


Norbert Weidner: Von der FAP in die Schriftleitung

In der Gesamtzahl der Burschenschaften kann die BG innerhalb der des Dachverbands aktuell aber keine Mehrheit erzielen. Das wurde am Burschentag 2010 deutlich, als es den Raczeks zu Bonn nicht gelang sich in einer Kampfkandidatur gegen die Arminia-Rhenania München durchzusetzen. Dennoch kann sie sensible Stellen im Verband besetzen; insbesondere dort, wo es um die verbandliche Meinungsbildung geht. Das oben zitierte Handbuch der Deutschen Burschenschaft beispielsweise scheint in zahlreichen Passagen sehr auf den Geschmack der BG zugeschnitten. Und es hat eine wichtige Bedeutung im Verband, denn es dient „nicht nur [der] Darlegung der Grundlagen verbunden mit dem Wollen und Streben der Deutschen Burschenschaft. Es dient auch als Geschichtsbuch und als Lehrmittel für unsere jungen Mitglieder.“(25)

Auch auf die regelmäßigen Publikationen hat die BG hohen Einfluss. Seit 2008 ist Norbert Weidner (Raczeks zu Bonn) Schriftleiter der Burschenschaftlichen Blätter, was das Online-Portal „NRW rechtsaußen“ folgendermaßen kommentiert:

„Weidner, einst NRW-Landesgeschäftsführer der 1995 verbotenen Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei (FAP), wurde nach seinem angeblichen Rückzug aus der rechten Szene bei der Alten Breslauer Burschenschaft der Raczeks zu Bonn aktiv. Unter seiner Leitung zeichnet sich in den „Burschenschaftlichen Blättern“ ein Rechtskurs ab, dessen Ziel gegenwärtig noch nicht absehbar ist. [...]
In der jüngsten Ausgabe der „Burschenschaftlichen Blätter“ (Nummer 3/2010) platziert Weidner nun unter anderem eine Rezension einer Doppel-CD mit dem Titel „Opposition in der NSDAP“. Darin heißt es, eine Einteilung in „gute“ und „schlechte“ Nazis gelte heute als „durchaus gewagt“. „Aber warum nicht?“, heißt es weiter: „Auch zahlreiche Burschenschafter schlossen sich der NS-Bewegung an, ohne daß sie von Verbrechen und totalitären Vorgängen etwas gewußt hätten.“ Das rezensierte Werk lasse klar erkennen, „daß es bei der Bewertung historischer Zusammenhänge zu einfach wäre, einseitige Schuldzuweisungen“ vorzunehmen. Otto Abetz etwa, Botschafter des NS-Reiches im besetzten Frankreich, habe „innerhalb der NSDAP gegen die menschenverachtende Seite des NS opponiert“. Für seine angebliche Opposition zum Nationalsozialismus – er hatte unter anderem an der Deportation der französischen Juden in die deutschen Vernichtungslager mitgewirkt – wurde Abetz nach dem Krieg zu 20 Jahren Haft verurteilt. Weidners „Burschenschaftliche Blätter“ nennen ihn eine „interessante Persönlichkeit“.
In derselben Ausgabe empfiehlt außerdem ein gewisser Michael Vogt (Burschenschaft Danubia München, Burschenschaft Germania Köln), „alternative Medien“ im Internet ausführlich zu rezipieren. Ausdrücklich empfohlen werden diverse rechte Sites, etwa kopp-online.com oder infokrieg.tv, sowie Verschwörungsportale wie reopen911.org oder 911review.org.“
(26)

Michael Vogt war Honorarprofessor an der Universität Leipzig und verlor die Lehrtätigkeit 2007 auf Grund seiner rechten Aktivitäten. Ausschlaggebend war vor allem sein Film „Geheimakte Heß“(27). Bei der „Deutschen Burschenschaft“ steht Weidner ein weiterer Danube, Maximilian Reingruber, als Verbandsobmann für Schulungs-, Publikations- und Netzarbeit zur Seite.

Der Danube Sascha Jung

Der gesellschaftliche Einfluss der „Burschenschaftlichen Gemeinschaft“ ist, bezogen auf die Bundesrepublik Deutschland, überschaubar. Im Januar 2001 konnte ein Nazischläger nach einem brutalen Angriff auf einen griechischen Passanten zunächst im Keller des Danubenhauses Unterschlupf finden und sich von dort aus ins Ausland absetzen. Spätestens seit diesem Zeitpunkt dürfte es nicht mehr gerade karrierefördernd sein, Mitglied einer BG-Burschenschaft zu sein. Selbst der unionsnahe „Ring Christlich-Demokratischer Studenten“ (RCDS) nahm in Bonn eine klare Abgrenzung von der „Alten Breslauer Burschenschaft der Raczeks“ vor und schloss im Jahr 2008 den Burschenschafter Thore Stein aus.

Die SPD hat sich noch deutlicher positioniert: Sie erklärte die Mitgliedschaft in ihren Reihen mit der Mitgliedschaft in einer BG-Burschenschaft generell für unvereinbar. Bewogen zu dieser grundsätzlichen, kritischen Auseinanderzusetzung mit dem Korporationswesen hatte die Sozialdemokrat_innen der „Fall“ Sascha Jung (Danubia München). Juso-Mitglied Jung hatte plakativ versucht, in Anlehnung an den Nationalrevolutionär Ernst Niekisch einen rechten „Hofgeismarer Kreis“ in der SPD zu etablieren.

Während Jungs Aktivenzeit bei der Burschenschaft Danubia hatte das Bayerische Innenministerium die Aktivitas in den Verfassungsschutzbericht aufgenommen. Jung wurde die Anstellung als Jurist im Staatsdienst deswegen verweigert. Als Reaktion riefen der Danubia nahestehende Burschenschafter die „Initiative Akademische Freiheit“ aus, die die Rehabilitierung Jungs und seiner Korporation forderte. Publizistisch wurde das Anliegen der Initative vor allem über die rechte Wochenzeitung „Junge Freiheit“ verbreitet. Die Kampagne konnte weit über tausend Unterzeichner_innen für sich reklamieren. Von einer gesellschaftlichen Breitenwirkung kann aber nicht die Rede sein, eher von einer Konsolidierung und Mobilisierung des rechten Spektrums, darunter auch Parteiangehörige von CDU/CSU und FDP(28). Vielleicht ist es ein Erfolg dieser Initiative, dass die Danubia seit der Amtsübernahme durch den ebenfalls korporierten Innenminister Joachim Hermann(29) nicht mehr schriftlich im bayerischen Verfassungsschutzbericht Erwähnung findet.


"In Österreich ist ein Bekenntnis [...] kein Problem"

In Österreich, wo die bedeutungslos gewordene DBÖ und die BG nahezu in Eins fallen, ist die Situation eine ganz andere. Um den Unterschied einmal mit den Worten der Burschenschaftlichen Blätter zu skizzieren:

„Kein Bundestagsmitglied aus den Reihen der Deutschen Burschenschaft hat seine burschenschaftliche Mitgliedschaft auf seinen Internetseiten vermerkt, die Verbandsnadel wird von prominenten und bekannten Verbandsbrüdern kaum getragen. Ein Verband wirkt aber auch mit seinen prominenten Mitgliedern. Doch was tun, wenn diese noch nicht einmal die Verbandsnadel tragen? In Österreich ist ein Bekenntnis der dortigen prominenten Verbandsbrüder dagegen kein Problem. Von allen Nationalratsabgeordneten ist bekannt, wo sie ihre korporative Heimat haben. Der Verband ist aber nur so stark, wie die Mitglieder seiner Bünde auch offen dazu stehen. Gerade die bekannten Mitglieder könnten ein Bild in der Öffentlichkeit vermitteln, das zeigt, daß Burschenschafter zum Rückgrat des bürgerlich-konservativen Lagers gehören und keine rückwärtsgewandten Sektierer sind.“(30)

Das korporierte deutschnationale Spektrum hat mit der FPÖ in Österreich einen starken parteilichen und parlamentarischen Arm. Burschenschafter können darüber in hohe Positionen gelangen. Das markanteste Beispiel ist sicherlich Martin Graf, Alter Herr der Olympia Wien. Er bekleidet als Dritter Nationalratspräsident das protokollarisch zweithöchste Amt im österreichischen Staat als Stellvertreter.

Auch in den Hochschulen sind deutschnationale Korporierte sehr präsent. Durch die Regierungsbeteiligung der FPÖ um die Jahrtausendwende konnte die akademische Selbstverwaltung der Hochschulen stark entdemokratisiert und zugunsten Korporierter umgebaut werden. In einem Reader der Österreichischen Hochschüler_innenschaft schreibt die Autorin Gloria Glitter in ihrem Beitrag „Blau-schwarze Unireform. Autoritäre Strukturen und das Comeback der Burschenschafter“über den Einfluss der Korporationen:

„Insgesamt diente die Konstruktion des UG [Universitätsgesetz] 2002 sowohl der Ökonomisierung der Universitäten als auch dem Rückbau demokratischer Strukturen, mit seiner Umsetzung wurden jedoch noch weitere Zielsetzungen verbunden. So wurden im Sinne koalitionärer Verbundenheit bei der Besetzung der Uniräten im Jahr 2003 deutschnationale Männerbünde gut bedient.
Unter den 59 von der Bundesregierung bestimmten Uniräten (rund die Hälfte davon ließ sich eindeutig einer der beiden Regierungsparteien zuordnen) fanden sich mindestens drei Mitglieder der aB! Olympia Wien, zwei Oberösterreicher Germanen (Wien) und ein Mitglied der Grenzlandsmannschaft (GL!) Cimbria. Die Bestellung von Seibersdorf-Geschäftsführer Helmut Krünes (VDSt! Sudetia Wien) zum Unirat der TU Wien wäre beinahe daran gescheitert, dass Krünes bis März 2002 als stellvertretender Obmann der FPÖ Niederösterreich eine Parteifunktion bekleidet hatte – was sich schließlich aber als ebenso wenig hinderlich erwies wie die Zweifel daran, ob der Regierungsbeschluss über die Entsendung überhaupt verfassungsgemäß zustande gekommen war.“
(31)


Bomben für Südtirol

In der Vergangenheit waren vor allem österreichische Burschenschaften auch aktiv in den Südtirol-Terrorismus verwickelt. Allen voran die Olympia Wien. Sie wurde wegen ihrer „Grenzlandarbeit“ 1961 sogar behördlich aufgelöst(32), ihre Wiedergründung allerdings zugelassen. Denn trotz der oftmals gewaltsamen Aktionen, die mehrere Menschenleben forderten(33), konnten die Akteure des Südtirol-Terrors sich lange Zeit einer gesellschaftlichen Rückendeckung in Österreich sicher sein.

So auch der Burschenschafter Herwig Nachtmann (Brixia Innsbruck), der 1970 in Florenz wegen Beteiligung am Südtirolterrorismus in Abwesenheit verurteilt, aber nicht den italienischen Behörden überstellt wurde. 1995 wurde Nachtmann wegen NS-Wiederbetätigung rechtskräftig verurteilt. Er war als Chefredakteur der rechten Zeitschrift „Aula“ publizistisch verantwortlich für einen holocaustleugnenden Artikel. Zehn Jahre später wurde er Schriftleiter der DB-Zeitung „Burschenschaftliche Blätter“. Im Jahr 2008 löste ihn Norbert Weidner in diesem Amt ab. Mit Weidner verbindet Nachtmann die Tatsache, dass er Spitzenfunktionär einer mittlerweile verbotenen nazistischen Partei war; in seinem Falle handelte es sich um die 1988 wegen NS-Wiederbetätigung behördlich aufgelöste Nationaldemokratische Partei (NDP).

 

Die Darstellung rechtsextremer Betätigungen der Burschenschaftlichen Gemeinschaft bleibt an dieser Stelle holzschnittartig und stellt nur einen kleinen Einblick dar. Festzustellen ist allerdings, dass die BG ihr völkisches Weltbild eint. Oliver Trapper von der „Thessalia Prag zu Bayreuth“ hebt hervor, dass es in der BG deshalb auch keine Verfahrensstreitigkeiten gibt: „Auf Grund der gemeinsamen Ideen innerhalb der BG muß eben nicht alles ausdiskutiert werden, weil vieles noch selbstverständlich ist. Dadurch entsteht eine Geschlossenheit, die auch nach außen wirkt.“(34)

Viele dieser Ideen konnten auch fest in der Deutschen Burschenschaft als Dachverband verankert werden, den die BG als rechte Pressure Group quasi vor sich hertreibt. Bezüge zu Rechtsauslegern in CDU/CSU bestehen, das Zentrum der Wirkungsmacht der BG liegt allerdings jenseits der Grenze in Österreich: in der FPÖ.

Außenwirkung, wenn auch nicht unbedingt immer die erwünschte, erzielt die BG auch durch die Zusammenarbeit mit gewalttätigen Rechten und offenen Nazis. Rassistische sowie antisemitische Ideologie und – wie beispielhaft angeführt – die Holocaust-Leugnung als deren Praxis, ergeben sich logisch aus dem völkischen und nationalistischem Weltbild der BG. Eine andere beispielhaft angeführte Praxis war der Südtirol-Terrorismus, mit dem Burschenschafter unterstrichen, dass sie unter aussichtsreichen Rahmenbedingungen dazu bereit sind, gewaltsam für „die freie Entfaltung des deutschen Volkstums“(35) einzutreten(36). Frühere militante Akteure sind heute noch häufig als Referenten bei Burschenschaften gefragt.

In diesem Artikel konnte kaum auf die patriarchalen und heterosexistischen Geschlechterbilder (z. B. heroische Männerbilder) in der BG eingegangen werden. Diese sind in allen Burschenschaften gleichermaßen „common sense“. Ebenso wird von Korporierten das Verständnis der Studentenverbindung als „Lebensbund“ nicht hinterfragt. Dieser totale Zugriff auf die (studentischen) Mitglieder – außerhalb der Hochschule spielt sich der Alltag der Angehörigen der Aktivitas fast ausschließlich unter der sozialen Kontrolle der Korporation ab – begünstigt autoritäre Charakterschulung sowie deren ideologische Prägung.

 

Die Burschenschaftliche Gemeinschaft mag auf aufgeklärte Menschen wie ein Kuriosum wirken, bei dem das Prädikat „ewiggestrig“ noch schmeichelhaft ist. In korporierten Kreisen jedoch – und deren Wirkungssphäre geht immer noch weit über die Deutsche Burschenschaft hinaus – ist sie keineswegs isoliert. Wie erwähnt erklärte die SPD 2006 die Mitgliedschaft bei sich mit der Mitgliedschaft in einer BG-Burschenschaft, also mit der Zugehörigkeit zum ultrarechten Rand des Korporationswesens unvereinbar. Der „Convent Deutscher Akademikerverbände“ (CDA), eine Arbeitsgemeinschaft von 13 korporierten Dachverbänden mit ca. 500 Altherrenschaften und etwa 40.000 Mitgliedern(37), quittierte dies mit scharfen Worten. Diese waren allerdings nicht gegen völkische Tendenzen in den eigenen Reihen, sondern ausschließlich gegen die SPD gerichtet.

 

(1) Martin Graf, Burschenschaft Olympia Wien im Spiegel 24/97, S. 54, zitiert nach Die Grünen 2008: 4

(2) Obwohl es Korporationen, die auch Frauen aufnehmen, sowie reine „Damenverbindungen“ gibt wird hier ausschließlich die männliche Sprachform angewandt. Das liegt einerseits an der selbst gewählten Sprachregelung der Korporationen. Andererseits würde alles andere die wirklichen Verhältnisse verschleiern. Alexandra Kurth beziffert den „Gesamtanteil von Verbindungsstudentinnen inklusive der seit den 1970er Jahren neu gegründeten 18 Damenverbindungen bei etwa einem bis fünf Prozent“ (Kurth 2004: 17) des Korporationswesens. Die Deutsche Burschenschaft nimmt keinerlei Frauen auf. Aufgrund der einschlägigen Männlichkeitsbilder, die dort vertreten werden, wäre die Anwendung geschlechtergerechter Schreibweise in diesem Kontext absurd.

(3) Korporationen reklamieren meist für sich, sie seien im NS verboten gewesen; auf Dachverbandsebene haben die meisten nicht nur frühzeitig nationalsozialistische Ideologie übernommen, sondern sich freiwillig selbst aufgelöst und dem NSDStB angegliedert. Auf lokaler Ebene existierten die Bünde meist als Kameradschaften weiter. Von dieser Basis aus waren sie auch nach der Kapitulation der Wehrmacht schnell wieder handlungsfähig: „Schon bei der Wiedereröffnung der Universitäten im Jahre 1946 trafen sich Studenten, die burschenschaftlichen Kameradschaften angehört hatten und dafür eintraten, die Burschenschaften wieder ins Leben zu rufen. In den nächsten Jahren entstand trotz mancher Behinderungen durch die Besatzungsmächte eine große Zahl von burschenschaftlichen Verbindungen, die von den inzwischen wieder tätigen Altherrenverbänden als Aktivitates übernommen wurden.“ (Verlag BurschenDruck 2005: 154f)

(4) Vgl. Verlag BurschenDruck 2005: 155f

(5) Gründungsprotokoll entnommen von: http://www.burschenschaftliche-gemeinschaft.de/ueber-uns/gruendungsprotokoll.html

(6) Verlag BurschenDruck 2005: 298

(7) Verlag BurschenDruck 2005: 246

(8) Verlag BurschenDruck 2005: 244

(9) http://www.burschenschaftliche-gemeinschaft.de/ueber-uns/standpunkte.html

(10) Ebd.

(11) Die Europäische Union bzw. die EU-Verfassung, die einen Schritt für einen einheitlichen Rechtsrahmen für deutschsprachige Gebiete in Europa herstellen könnte, lehnt die BG jedenfalls ab (vgl. BBl 3/2009: 112).

(12) Verlag BurschenDruck 2005: 266 f

(13) http://www.burschenschaftliche-gemeinschaft.de/ueber-uns/standpunkte.html

(14) Salzborn 2000: 147

(15) BBl. 3/2009 S.112

(16) http://www.burschenschaftliche-blaetter.de/netzversion/detailansicht/meldung/395/pro-kontra.html

(17) Vgl. http://www.burschenschaftliche-gemeinschaft.de/ueber-uns/geschichte.html

(18) BBl. 3/2009: S. 112

(19) Vgl. Die Grünen 2008: S. 2

(20) Wiener akademische Burschenschaft Olympia (Hg.): Wahr und treu, kühn und frei! 130 Jahre Burschenschaft Olympia. Wien 1989, S. 2 . Zitiert nach: Die Grünen 2008: S.5

(21) AIDA 2008:2

(22) Ebd.

(23) Ebd.

(24) Ders.:2

(25) Verlag BurschenDruck 2005: I

(26) https://nrwrex.wordpress.com/tag/norbert-weidner/

(27) Vgl. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,519262,00.html

(28) Vgl. A.I.D.A. 2007: S. 3

(29) Katholische Studentenverbindung K.D.St.V. Frankonia-Czernowitz zu Erlangen im Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen.

(30) BBl 3/2009: 114

(31) Glitter 2009: 188

(32) Sie gründete sich 1970 unter anderem Namen wieder und benannte sich anschließend wieder um. Das Verbot von 1961 ist heute allerdings noch aufrecht (vgl. Die Grünen 2008: 16)

(33) In der ersten Phase waren vor allem Strommasten ein häufiges Ziel von Sprengstoffanschlägen. Damit sollte die industrielle Produktion lahmgelegt werden, in der vor allem italienische Muttersprachler_innen beschäftigt waren. In der zweiten Phase wurden italienische Sicherheitskräfte zum Teil gezielt ermordet.

(34) BBl 3/2009: 111

(35) Verlag BurschenDruck 2005: 299

(36) Eine Taktik, die – um nochmals auf das Münchner Abkommen zu rekurrieren – wie die Geschichte des so genannten Sudetenlands zeigt, durchaus erfolgreich sein kann.

(37) Vgl. Krebs / Kronauer 2010: 21

 

Verwendete Literatur:

A.I.D.A. (Hg.) 2007: a.i.d.a.-Newsletter Ausgabe 4: http://www.aida-archiv.de/index.php?option=com_remository&Itemid=198&func=startdown&id=12

A.I.D.A. (Hg.) 2008: Burschenschaftliche Solidarität im Innenministerium? Zitiert nach: http://wahlen.aida-archiv.de/index2.php?option=com_content&do_pdf=1&id=1054 (Stand: 16.06.2010)

Burschenschaftliche Blätter. Zeitschrift für den deutschen Burschenschafter. 124. Jahrgang, Heft 3, 3. Quartal 2009. Abgekürzt mit BBl 3/2009

Die Grünen (Hg.) 2008: Die Olympia und ihre Hausnazis. Zitiert nach: http://www.gruene.at/uploads/media/Gruene_Olympia_Doss_Okt08_01.pdf

Glitter, Gloria 2009: Blau-schwarze Unireform. Autoritäre Strukturen und das Comeback der Burschenschafter. In: HochschülerInnenschaft an der Universität Wien (Hg.) 2009: Völkische Verbindungen. Beiträge zum deutschnationalen Korporationsunwesen in Österreich, S. 186-191, Selbstverlag.

Krebs Felix / Kronauer Jörg 2010: Studentenverbindungen in Deutschland. Ein kritischer Überblick aus antifaschistischer Sicht. Unrast Verlag, Münster

Kurth, Alexandra 2004: Männer – Bünde – Rituale. Studentenverbindungen seit 1800. Campus, Frankfurt / New York

Salzborn Samuel 2000: Grenzenlose Heimat. Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Vertriebenenverbände. Elefanten Press, Berlin.

Verlag BurschenDruck (Hg.) 2005: Handbuch der Deutschen Burschenschaft, Ausgabe 2005. Memminger MedienCentrum Druckerei und Verlags-AG, Memmingen

Diverse Internetquellen, die mit dem unmittelbaren Link in der Fußnote angegeben sind.