"Wir ertrinken in fremdem Blut"

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NPD demonstriert in Günzburg Bürgernähe.  Foto: Robert Andreasch Der Bezirksverband Schwaben der bayerischen NPD veranstaltete am Samstag, 19. März 2011, den sogenannten "Schwabentag". Im Günzburger "Forum am Hofgarten" spielten die bekannten Neonazibands "Fight tonight" aus Sachsen und "Frontalkraft" aus Brandenburg. Udo Pastörs, Vorsitzender der NPD-Fraktion im Schweriner Landtag, hielt vor den jungen und alten Neonazis eine rassistische Hetzrede.

Besäufnis statt Bürgernähe:

Organisiert von den NPD-Bezirksvorstandsmitgliedern Stefan Winkler, Alexander Feyen, Thomas Bader und Bettina Rauch standen den Besucher_innen Saal und Foyer des städtischen Kulturzentrums "Forum am Hofgarten" zur Verfügung. Im ersten Stock waren Tische mit Propagandamaterial, z. B. der Parteizeitung "Deutsche Stimme", sowie mit den Artikeln neonazistischer Versände aufgebaut. Die bis zum Nachmittag spärlich angereisten NPD-Sympathisant_innen hielten sich trotzdem meist außerhalb des Halleneingangs auf, an dem ein eigener Ordnerdienst vor der Tür patrouillierte. Auf dem abgeriegelten Platz vor dem "Forum am Hofgarten", auf dem der NPD-Bezirksvorsitzende Stefan Winkler (Holzheim, Lkr. Neu-Ulm) und sein Stellvertreter Alexander Feyen (Münster, Lkr. Donau-Ries) eigentlich eine Dauerkundgebung "Unser Volk zuerst!" angemeldet hatten, war außer dem vielfrequentierten Bierstand nur ein verwaistes Kuchenbuffet geboten.Der NPD-Bundestagskandidat Ron Appelt (r.) in Günzburg.  Foto: Robert Andreasch

Die jüngeren Neonazis und Boneheads nutzten die Gelegenheit zum Besäufnis vor der Tür. Einige der Teilnehmer_innen kamen aus den neonazistischen Kameradschaften "Freundeskreis Gilching" und "Voice of Anger" (Memmingen), ein Kuttenträger präsentierte sich als Mitglied der "Southland Boys"-Rockergruppe. Auf Sweatshirts und als Tattoos zeigten sie "Schwarze Sonnen" der SS und auch ein (verbotenes) "White Power"-Keltenkreuz. Der NPD-Bundestagskandidat Ron Appelt ("Freundeskreis Gilching") trat mit dem gewaltverherrlichenden Sweatshirt-Motiv "Spezialist für Körperverletzung" in Günzburg auf (s. Foto).

Sascha Roßmüllers langatmige Ausführungen:

Die erstaunlich vielen älteren Neonazis hörten im Saal einer Rede des NPD-Landesvorstandsmitglieds und "Bandidos"-Rockers Sascha Roßmüller (Rain bei Straubing) zu. Roßmüller hatte Mühe, mit seiner fast einstündigen Ansprache zum Thema "Finanzkrise" die Anwesenden mitzureißen. Am Ende gabs dazu den Rechtsaußen oft üblichen Themenbogen von den angeblichen "Tabuthemen" über die "politischen Denkverbotszonen" bis zu den rechten Standardphrasen bezüglich "Scharia" und "Kriminalität". Roßmüller gab noch eine Prise Populistisch-Rassistisches dazu: Bayern sei "ein Volksstaat" und "kein Vielvölkerstaat". Die Rede Udo Pastörs' hörte sich Roßmüller nicht an und ließ sich stattdessen im Anschluß von schwäbischen NPD-Aktivist_innen wegfahren.