Antifaschistische Termine im Süden

Protest in München

In dieser Rubrik informieren wir über antifaschistische Protestaktionen, Kundgebungen, Demonstrationen, Ausstellungen, Konzerte und mehr in Süddeutschland.





23. April 2018

Dachau: Zeitzeugengespräch mit Venanzio Gibillini „Die Erinnerung bleibt unauslöschlich fürs ganze Leben.“ Um 19.00 Uhr im Besucherzentrum der KZ-Gedenkstätte Dachau (Pater-Roth-Straße 2a). Das Gespräch findet in italienischer Sprache statt und wird übersetzt.

Aus der Ankündigung:

Die KZ-Gedenkstätte setzt am Montag, 23. April 2018, ihre Veranstaltungsreihe „Dachauer Zeitzeugengespräche“ mit dem italienischen Überlebenden Venanzio Gibillini, 1924 in Epinac Les Mines geboren, fort. Am 4. Juli 1944 wird der damals 19-Jährige in Mailand verhaftet und über das Durchgangslager Bozen-Gries und das Konzentrationslager Flossenbürg in das Dachauer Außenlager Kottern verschleppt. Venanzio Gibillini berichtet über 12-Stunden-Schichten, Hunger, Kälte und die Unfassbarkeit der Befreiung.

Venanzio Gibillini, am 24. November 1924 im französischen Epinac les Mines in eine italienische Familie geboren, wächst mit vier Geschwistern im Großraum Mailand auf. 1943 wird er zum Militär einberufen, desertiert aber bald aufgrund der drohenden Besetzung Italiens durch deutsche Truppen. Obwohl „fahnenflüchtig“, findet er im von den Deutschen besetzten Mailand Arbeit in einem Lokomotivdepot unter deutschem Kommando. Nach einem Anschlag der Resistenza wird er jedoch verhaftet und als Deserteur entlarvt. Über das Durchgangslager Bozen-Gries kommt Venanzio Gibillini im September 1944 in das Konzentrationslager Flossenbürg. Weil er Kenntnisse als Mechaniker hat, wird er bereits im Oktober in das Dachauer Außenlager Kottern verbracht. Dort muss er für die Messerschmitt AG in der Flugzeugteileproduktion arbeiten, bis ihn die SS am 25. April 1945 aufgrund des Herannahens der Alliierten auf einen Todesmarsch schickt. Zwei Tage später wird er, völlig entkräftet, in Pfronten befreit.

Venanzio Gibillini berichtet seit Jahrzehnten in italienischen und deutschen Schulen von seinen Erfahrungen. 2017 erhielt er die höchste Auszeichnung der Stadt Mailand für bürgerschaftliches Engagement, den Ambrogino d‘oro.

23. April 2018

Regensburg: Gedenkweg für die Opfer des Faschismus in Regensburg. Ab 18.00 Uhr. In Regensburg wird an die Opfer des Faschismus gedacht, an sechs Stationen wird auf ihr Schicksal aufmerksam gemacht. 1) Stadtamhof - Colosseum Wir erinnern an das Außenlager des ehem. KZ Flossenbürg in Regensburg. In der Nacht zum 23. April 1945 wurden die verbliebenen ca. 360 Gefangenen aus dem KZ-Außenlager Colosseum auf den Todesmarsch getrieben. Über die Steinerne Brücke, zunächst die Donau abwärts, dann weiter Richtung Südosten. Erst am 1. Mai kam eine Gruppe von ca. 50 Überlebenden in Laufen a. d. Salzach, unweit Salzburg, an. Arbeitsgemeinschaft ehem. KZ Flossenbürg Stadt Regensburg (2) Dom Westportal Wir erinnern an den Domprediger Dr. Johann Maier, Michael Lottner, Josef Zirkl und alle Opfer rechter Gewalt. Die kamplose Übergabe der Stadt Regensburg fordernd, wurden sie kurz vor Kriegsende ermordet. Katholische Kirche Evangelisch-lutherische Kirche (3) Neupfarrplatz Wir erinnern an die „Neupfarrplatz-Gruppe“. Von der Gestapo wurde 1942/43 gegen 49 Personen ermittelt. Im November 1942 wurden die meisten in Polizeihaft und in das Konzentrationslager Flossenbürg überführt. Josef Bollwein und Johann Kellner wurden vom Volksgerichtshof Berlin zum Tode verurteilt. Josef Haas und Georg Zaubzer wurden ohne Todesurteil im KZ Flossenbürg erschossen. Weitere fünf Beschuldigte starben an den Folgen der Verhaftung, Folter und Haftumständen noch vor der Verhandlung. Deutscher Gewerkschaftsbund (4) Jüdische Gemeinde Wir erinnern an die 400 Regensburger Jüdinnen und Juden. Sie wurden entrechtet, beraubt und verschleppt. An die 250 wurden ermordet. Im April 1942 fand die erste, im April 1945 die letzte Deportation statt. Die Synagoge wurde 1938 zerstört. Jüdische Gemeinde Regensburg (5) Minoritenweg Wir erinnern an die Verfolgung und Widerstand aus christlicher Überzeugung von 21 Zeugen Jehovas in Regensburg. Wolfgang Wallner (59) starb am 6. Juli 1940 an den Torturen im KZ Mauthausen. Er hatte den Hitlergruß sowie den Militärdienst verweigert und bis zur Inhaftierung 1936 eine Widerstandsgruppe geleitet. Zeugen Jehovas (6) Dachauplatz Wir erinnern an die Frauendemonstration für die kampflose Übergabe der Stadt und an alle Opfer des Faschismus. Vereinigung für die Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten Stadt Regensburg

25. April 2018

Coburg: Vortrag „Die AfD und die soziale Frage“. Mit Stefan Dietl, um 20.00 Uhr im Zentrum Alternative Kultur e.V. Coburg (Hintere Kreuzgasse 3).

Aus der Ankündigung:

Innerhalb von gerade einmal vier Jahren zog die Alternative für Deutschland (AfD) mit teils zweistelligen Ergebnissen in dreizehn Landesparlamente ein. Mit der Wahl in den deutschen Bundestag 2017 wurde sie endgültig zur erfolgreichsten Parteineugründung der Bundesrepublik. Zu ihrem Programm gehört neben der Hetze gegen Migrant*innen und Geflüchtete, dem Kampf gegen die Rechte von Frauen und der Diskriminierung von Behinderten, Homosexuellen und Transgender, auch die Ausgrenzung von sozial Benachteiligten. Trotz ihrer neoliberalen Programmatik ist die Partei vor allem auch unter denjenigen erfolgreich, die von marktradikalen Umbaumaßnahmen besonders betroffen sind.
Referent Stefan Dietl wirft einen genaueren Blick darauf, welche Forderungen die AfD eigentlich vertritt und welche verheerenden Auswirkungen deren Umsetzung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hätte.

25. April 2018

Regensburg: Vortrag „Die neonazistische Rechte in Ostbayern - eine Bestandsaufnahme“. Mit Jan Nowak, um 19.00 Uhr im LiZe (Dahlienweg 2a). Der Veranstaltungsraum ist barrierearm, die Toiletten rollstuhlgerecht.

Aus der Ankündigung der AG Input:

Die neonazistische Rechte in Ostbayern ist kein monolithischer Block, sie besteht aus verschiedenen Organisationen und Strömungen. Neonaziparteien sorgen regelmäßig mit Kundgebungen gegen Flüchtlinge oder zur Verherrlichung des Nationalsozialismus für Aufmerksamkeit, hingegen werden neonazistische „Bruderschaften“ und Rockerclubs, die Rechtsrockszene oder militante Strukturen in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Im Vortrag soll ein Überblick zu den verschiedenen AkteurInnen gegeben werden, dabei finden auch der Netzwerkcharakter und die verbindenden ideologischen Momente Beachtung.

Jan Nowak ist Publizist und Bildungsreferent mit dem Schwerpunkt Neonazismus und extreme Rechte in Bayern.

Laut §6 sind Rechte, Neonazis, deren SympathisantInnen sowie Personen, die in der Vergangenheit durch rassistische, antisemitische, sexistische oder nationalistische Äußerungen aufgefallen sind, von der Veranstaltung ausgeschlossen.

26. April 2018

Bamberg: Vortrag „Die überlebenden Frauen von Ravensbrück“. Mit Henning Fischer, um 20.00 Uhr im Balthasar (Balthasargäßchen 1).

Aus der Ankündigung:

Ende April 1945 wurde das Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück bei Berlin von der Roten Armee befreit. Einige der Überlebenden, meist Kommunistinnen, die in der Weimarer Republik politisch sozialisiert worden waren, gründeten unmittelbar nach der Befreiung eine Lagergemeinschaft als sozialen und politischen Verband. Gegen viele Schwierigkeiten führten sie ihn in DDR sowie BRD und bis in die 2000er Jahre hinein fort. Sie verfolgten eigenständige politische Ziele und wurden damit zu Akteurinnen ihres eigenen Lebens und der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Diese Geschichte wird anhand eines Bilder-Vortrags vorgestellt werden.

Henning Fischer lebt in Berlin, hat dort u. a. Geschichtswissenschaften studiert und 2017 zum Thema „Überlebende als Akteurinnen“ promoviert. Er ist außerdem Teil des AutorInnenkollektivs Loukanikos, das sich mit der Kritik der Geschichtspolitik beschäftigt.

28. April 2018

Waakirchen/Dachau: Motorrad-Gedenkfahrt zur Erinnerung an die Opfer des Todesmarsches 1945. Treffen um 12.30 Uhr am Todesmarschdenkmal an der B472 zwischen Reichersbeuern u. Waakirchen. Abfahrt: 13.00 Uhr. Route: von Waakirchen (Lkr. Miesbach) nach Dachau. 

Aus der Ankündigung des MCs Kuhle Wampe:

"Ihr seid nicht verantwortlich für das, was geschah. Aber, dass es nicht wieder geschieht, schon."
(Max Mannheimer)

Eingeladen ist jede*r antifaschistische motorisierte (ab 80 km/h) Zweirad-, Gespann-, Trike, oder auch Quadfahrer*in, die/der sich uns zu der Fahrt anschließen möchte.

Die Fahrt geht von Waakirchen (Lkr. Miesbach) nach Dachau, entlang der Strecke des Todesmarsches, der noch in den letzten Kriegstagen 1945 stattfand. Während der Tour werden wir an den Mahnmalen einen kurzen Halt machen und der Menschen gedenken, die hier gepeinigt und ermordet wurden; aber auch der Menschen, die geholfen, und sich selbst in Gefahr gebracht haben - den echten Helden ihrer Zeit. Die Fahrt endet am Denkmal des Todesmarsches in Dachau (J.-F.-Kennedy-Platz/Theodor-Heuss- Str.), bei dem ab 18 Uhr eine Gedenkveranstaltung stattfindet, an der wir offiziell teilnehmen.

Wir freuen uns über rege Beteiligung, auch von anderen Clubs, die eine antifaschistische Grundhaltung haben. Wir behalten uns vor, Teilnehmer*innen, die versuchen, die Veranstaltung zu stören (sei es verbal, durch tragen rechter Codes/Symbole, etc.), von der Veranstaltung auszuschließen! Die Fahrt wird von uns, dem MC Kuhle Wampe München, initiiert und verantwortet.

Terminaktualisierungen findet ihr über https://www.facebook.com/mckwmuc/

Wir haben mit einem Zitat begonnen und möchten auch mit einem Zitat enden: „Der Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt.“
(Bertolt Brecht)

 

3. Mai 2018

Bamberg: Vortrag „'Heimat“ in Zeiten der Krise“. Mit Simon Dudek, um 20.00 Uhr in der Oberen Königstr. 53 (Kultur im Leerstand).

Aus der Ankündigung der Freien Uni Bamberg:

Die meisten Millenials kamen biographisch zweimal mit dem Begriff „Heimat“ in Berührung. In der Kindheit waren es die Großeltern ostpreußischer, schlesischer oder sudetendeutscher Abstammung, die ihrer verlorenen Heimat hinterhertrauerten. In ihrer Gegenwart wiederum bezieht sich eine diffuse Mischung aus Spiegelredakteur_innen, nationalistischen Mörderbanden, Identitären und Cem Özdemir ganz selbstverständlich und positiv auf sie. Im langen Marsch durch die Institutionen ist die Steinbachisierung der Gesellschaft mittlerweile auf der ministeriellen Ebene angekommen. Auf das bayerische folgt das bundesrepublikanische Heimatministerium. Spätestens an dieser Stelle stellt sich die Frage, warum ein derart schwammiger Begriff eine solche Konjunktur erlebt. Der Vortrag möchte, ausgehend von der Diagnose einer multiplen Krise (seit 2007), seinem ideologischen Gehalt auf den Grund gehen.

Simon Dudek ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachbereich Geographie einer bayerischen Universität.

6. Mai 2018

Penzberg: „Vom Penzberger Rathaus bis zum Münchner Einkaufszentrum. Rechte Attentate in Bayern“. Veranstaltung anlässlich des Jahrestag der Penzberger Mordnacht, mit Robert Andreasch (a.i.d.a. e. V.), um 10.00 Uhr im Kino Penzberg (Fraunhoferstraße 8).

Aus der Ankündigung der NaturFreunde Loisachtal:

Der renommierte Journalist Robert Andreasch spricht über die Geschichte des rechten Terror in Bayern. Die Veranstaltung findet anlässlich des Jahrestag der Penzberger Mordnacht statt (mehr Informationen unter http://www.mordnacht.de/aktuelles.shtml). Veranstalter sind die NaturFreunde Loisachtal, DGB KV Garmisch Weilheim, VVN-BdA Penzberg, JUSOS Oberbayern. Um 10.00 Uhr gibt es ein Weißwurschtfrühstück und der Vortrag beginnt um 10.30 Uhr im Kino Penzberg. Weißwürscht bitte vorbestellen unter 08856 80 20 882 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bis Freitag, 04. Mai. Die Veranstaltung ist kostenlos.

6. Mai 2018

(A-) Mauthausen: Internationale Gedenk- und Befreiungsfeier. Ab 8.00 Uhr in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen (Oberösterreich).

Programm:

8.00 Uhr:
Kundgebungen bei den nationalen Denkmälern

9.45 Uhr
Ökumenischer Wortgottesdienst

10.20 Uhr
Aufstellung der großen italienischen Delegation und der österreichischen Jugendgruppen in geordneter Formation am ehemaligen Appellplatz. Ab 10.20 Uhr ist daher das Betreten und Verlassen des Platzes nur erschwert möglich. Bitte versuchen Sie, bis spätestens 10.50 Uhr auf dem ehemaligen Appellplatz zu sein.

11.00 Uhr
Gemeinsame Befreiungsfeier am ehemaligen Appellplatz

Die gemeinsame Gedenkzeremonie beginnt mit der Verlesung des Mauthausen-Schwurs in verschiedenen Sprachen.

Begrüßung: Willi MERNYI, Vorsitzender Mauthausen Komitee Österreich

Moderation: Konstanze BREITEBNER, Mercedes ECHERER

Musikalische Begleitung durch das Ensemble „Widerstand“ und die „Militärmusik OÖ“

Gedenkreden: Während der Kranzniederlegung sprechen VertreterInnen nationaler Opferorganisationen der Länder Deutschland, Polen, Russland und Ungarn in den jeweiligen Landessprachen.

12.45 Uhr
Gemeinsamer Auszug - ähnlich der ersten Befreiungsfeiern der KZ-Überlebenden - aus dem ehemaligen „Schutzhaftlager“ aller TeilnehmerInnen am Ende der Feierlichkeiten.

8. Mai 2018

Landshut: Film und Filmgespräch „Todeszug in die Freiheit“. Um 18.30 Uhr im Kinoptikum Landshut, Bahnsteig 189.

Aus der Ankündigung:

Die Filmautoren Andrea Mocellin und Thomas Muggenthaler erzählen in ihrer Dokumentation die einzigartige Geschichte eines KZ-Transports in den letzten Kriegstagen des Frühjahrs 1945. Die Gefangenen sollten vom KZ-Außenlager Leitmeritz zum KZ Mauthausen gebracht werden, eine Route quer durch das damalige Protektorat Böhmen und Mähren – und die dortige Bevölkerung zeigte eindrucksvoll Mitmenschlichkeit. Einzigartig ist nicht nur die Geschichte, sondern auch das Filmmaterial und die Fotos, mit denen die Tschechen damals das Geschehen dokumentiert haben – und mit dem es gelingt, die Geschehnisse von damals plastisch zu schildern. Jahrelang haben die beiden Filmer Andrea Mocellin und Thomas Muggenthaler, die für den Film „Verbrechen Liebe“ mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet wurden, diese Geschichte recherchiert. Es ist ihnen gelungen, zahlreiche Zeitzeugen zu finden, Menschen, die damals in den Waggons ihrem Schicksal entgegen fieberten, genauso aber auch viele tschechische Helfer, die damals dabei waren.

Thomas Muggenthaler studierte Politikwissenschaft und Soziologie. Er ist für den Bayerischen Rundfunk tätig und lebt und arbeitet in Regensburg. In zahlreichen Beiträgen vor allem im Radio hat er sich mit dem Thema Zwangsarbeiter in der NS-Zeit in Niederbayern und der Oberpfalz beschäftigt.

9. Mai 2018

Coburg: Vortrag „Die Geschichte des Antifaschismus“. Mit Jonas Keller, um 20.00 Uhr im Zentrum für Alternative Kultur e.V. Coburg (Hintere Kreuzgasse 3).

Aus der Ankündigung:

Der Aufstieg, den faschistische Parteien und Organisationen in ganz Europa in den letzten Jahren hinter sich haben, zeigt deutlich: Antifa ist nach wie vor notwendig. Um aus Fehlern der antifaschistischen Bewegung lernen und an Erfolge anknüpfen zu können, ist es hilfreich, sich mit der Geschichte auseinander zusetzen. Darum möchten wir uns in diesem Vortrag mit den zentralen Strategien, Kämpfen, Niederlagen, Spaltungen und theoretischen Ansätzen der antifaschistischen Bewegung auseinandersetzen.

17. Mai 2018

Dachau: Workshop „Geschichtsrevisionismus und Verschwörungsideologien (im Netz)“. Von 18.00 bis 21.30 Uhr, im Max Mannheimer Haus ( Roßwachtstraße 15). Gebühr: 5€.

Aus der Ankündigung des Max Mannheimer Studienzentrums:

Geschichte – also das Bild, das wir uns von der Vergangenheit machen – sagt uns nicht nur, wie wir zu dem wurden, was wir sind. Sie sagt uns auch, was wir nicht mehr sind. Erstaunlich oft wird sie im Internet von Menschen verfälscht, umgedeutet oder erfunden, um als Argument für gegenwärtige politische Forderungen oder Äußerungen zu dienen. Bestimmte Gruppen entwickeln dort in sich geschlossene und auf den ersten Blick scheinbar plausible Weltbilder und finden dafür im Internet den passenden Rückzugs- und Echoraum. Die dort entwickelten Theorien wirken zurück in die Gesellschaft. In der Neuen Rechten scheint sich daraus gar ein eigenes, paralleles Geschichtsbewusstsein zu speisen.

In einem ersten Teil des Workshops werden wir historisch basierte Hassrede und Legendenbildung im Netz anhand konkreter Beispiele analysieren und die Mechanismen identifizieren, mit denen verfälscht, verkürzt und manipuliert wird. In einem zweiten Schritt suchen wir gemeinsam nach Strategien, um denjenigen zu begegnen, die solche Inhalte und Aussagen online und offline tätigen. Gibt es „die“ historische Wahrheit? Wie trenne ich auch als Nicht-Historiker*in historische Fakten von historischem Unsinn? Wo kann ich selbst recherchieren, wie kann ich andere zu einem kritischen und medienkompetenten Umgang mit historischen (Halb-)Wahrheiten anleiten? Der Workshop soll einen Beitrag dazu leisten, den Blick der Teilnehmerinnen und Teilnehmer für neue Formen historisch basierter Hassrede und Verfälschungen zu sensibilisieren und gemeinsam Möglichkeiten eines adäquaten Umgangs mit diesen Phänomenen zu erarbeiten.

Nähere Infos und Anmeldung auf: https://www.kjr-dachau.de/partnerschaft-fuer-demokratie/fortbildungen

Leitung: Theo Müller

Theo Müller arbeitet im Projekt „GeschichtsCheck“ des Vereins Open History e.V. mit, der damit über historisch basierte Hassrede im Internet aufklärt. Er promoviert in Heidelberg und Paris zur deutsch-französischen Journalismusgeschichte.

17. Mai 2018

Bamberg: Veranstaltung „Kulturkampf und gewissen. Die 'Lebensschutz'-Bewegung. Mit Eike Sanders, um 20.00 Uhr, im Balthasar (Balthasargäßchen 1).

Aus der Ankündigung der Freien Uni Bamberg:

Die „Lebensschutz“-Bewegung will in die Offensive: Sie möchte nicht nur die Zugänge zu Schwangersschaftsabbrüchen erschweren, sondern führt auch einen Kulturkampf zur Retraditionalisierung der Geschlechter- und Familienverhältnisse, um christliche Moral und das ärztliche Gewissen. Sie ist Teil eines konservativen bis extrem rechten, in Teilen antidemokratischen Aufschwungs.

Eike Sanders ist Mitarbeiterin des Antifaschistischen Pressearchivs und Bildungszentrums Berlin apabiz e. V., wo sie seit zehn Jahren zentral zu dem Thema extreme Rechte und Gender forscht, publiziert und Bildungsarbeit durchführt. Ihre Schwerpunkte sind die „Lebensschutz“-Bewegung, Antifeminismus sowie Rechtsterrorismus. Sie ist Mitglied im Forschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus.

30. Mai 2018

Regensburg: Vortrag „zur Rolle von Frauen im Netzwerk des NSU“. Mit Eike Sanders, um 19.00 Uhr im LiZe (Dahlienweg 2a, Rgb.). Der Veranstaltungsraum ist barrierearm, die Toiletten rollstuhlgerecht.

Aus der Ankündigung der AG Input:

Rechtsterroristische Strukturen werden meist als männerbündlerische Kampfeinheiten verstanden und nicht selten sind sie auch als solche konzipiert. Durch die Selbstenttarnung des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) ist mit Beate Zschäpe eine Täterin in den Fokus gerückt, an der sich Klischees über die Rolle von Frauen in der Naziszene zugleich brechen und reproduzieren. Im Münchner Strafprozess inszeniert sie sich als unbeteiligt, unwissend und abhängig von den beiden Männern. Diese Inszenierung wird im Vortrag mithilfe der Analysekategorie Gender widerlegt.

Eike Sanders ist Mitarbeiterin des apabiz e.V. (Berlin), Teil von NSU-Watch sowie Mitglied des Forschungsnetzwerkes Frauen und Rechtsextremismus.

Laut §6 sind Rechte, Neonazis, deren SympathisantInnen sowie Personen, die in der Vergangenheit durch rassistische, antisemitische, sexistische oder nationalistische Äußerungen aufgefallen sind, von der Veranstaltung ausgeschlossen.

27. Juni 2018

Coburg: Vortrag „Sexismuskritischer Nationalismus“. Mit Steffi Neumann, um 20.00 Uhr im Zentrum für Alternative Kultur e.V. Coburg (Hintere Kreuzgasse 3).

Aus der Ankündigung der Freien Uni Coburg:

Die Vorstellung von rechtsextremen Frauen war lange vom alten Bild der stolzen deutschen Mutter geprägt, die sich der Reproduktion widmet und ihrem Mann „den Rücken frei hält“. Doch inzwischen erscheinen immer mehr politisch aktive Frauen an der Spitze rechter Parteien, Vereine und Kameradschaften: Frauen, die ihre Stimmen über die der Männer erheben und in den patriarchalen Strukturen der Szene oftmals geachtet werden; die für sich das gleiche Recht auf politische Äußerungen und Gewaltausübung in Anspruch nehmen und sich innerhalb der Szene gemeinsam organisieren. So verkündete beispielsweise der Mädelring Thüringen, eine Frauengruppe innerhalb der Neonazi-Kameradschaftszene: „Deutsche Frauen wehret euch – gegen das Patriarchat und politische Unmündigkeit! Nationaler Feminismus voran!“ Doch inwiefern ist eine recht(sextrem)e Ideologie mit emanzipatorischem Feminismus vereinbar?

Referentin Steffi Neumann hat viele Semester ergebnislos studiert und befindet sich inzwischen in einer sozialpädagogischen Ausbildung. Sofern sie sich nicht im Zuge ihrer Lohnarbeit mit Kindern beschäftigt, arbeitet sie in antifaschistischen und emanzipatorischen Zusammenhängen und ist Teil der Freien Uni Bamberg.

27. Juni 2018

Regensburg: Vortrag „Die radikale Rechte vor der bayerischen Landtagswahl“. Mit Robert Andreasch, um 19.00 Uhr im LiZe (Dahlienweg 2a). Der Veranstaltungsraum ist barrierearm, die Toiletten rollstuhlgerecht.

Aus der Ankündigung der AG Input:

Bei der bayerischen Landtagswahl 2013 konnten radikale rechte Parteien mit Ergebnissen unter 1 Prozent der gewählten Stimmen keine Erfolge für sich verbuchen. Mit dem Erstarken der radikalen Rechten in den letzten Jahren und der Etablierung der Partei „Alternative für Deutschland“ als politische Kraft wird es aber bei dieser Erfolglosigkeit in der kommenden Landtagswahl im Herbst 2018 nicht bleiben. Der Vortrag wird deshalb parteipolitische radikale rechte AkteurInnen beleuchten und eine Prognose für deren Einzug in den bayerischen Landtag stellen.

Robert Andreasch ist freier Journalist und Mitarbeiter der Antifaschistischen Informations-, Dokumentations- und Archivstelle München e. V. (a.i.d.a. e.V.).

Laut §6 sind Rechte, Neonazis, deren SympathisantInnen sowie Personen, die in der Vergangenheit durch rassistische, antisemitische, sexistische oder nationalistische Äußerungen aufgefallen sind, von der Veranstaltung ausgeschlossen.

12. Juli 2018

Dachau: Workshop „Verbündet werden – verbündet sein!“. Mit Carolin Küppers, von 18.00-21.30 Uhr im Max Mannheimer Haus (Roßwachtstraße 15). Eintritt 5€.

Aus der Ankündigung:

Wie können wir gut und solidarisch zusammenleben und -arbeiten, ohne Ausschlüsse zu produzieren oder gesellschaftliche Herrschaftsverhältnisse zu reproduzieren? Diese Frage ist gerade im Zuge der zunehmenden Sichtbarkeit von Diversität und Diskriminierungserfahrungen verschiedener gesellschaftlicher Gruppen hochaktuell. Eine Möglichkeit stellt hierfür das Konzept des „Verbündet-Seins“ dar. Verbündete sind Mitglieder einer privilegierten Gruppierung, die sich aktiv solidarisch und unterstützend verhalten, um der Diskriminierung ausgegrenzter Gruppierungen entgegenzuwirken. Im Zentrum steht dabei eine ethisch-politische Haltung, die allen Menschen Teilhabe an gesellschaftlichen Ressourcen ermöglichen möchte, ohne dass dies einen direkten eigenen Vorteil verspricht. Die Auseinandersetzung mit Privilegien, im Sinne von zufällig bei der Geburt oder durch den sozialen Zusammenhang erworbenen Ressourcen und Partizipationsmöglichkeiten, ist ein wichtiger Zugang für Verbündete.

In diesem Workshop wollen wir uns mit dem Verbündeten-Konzept und unseren jeweiligen Positionierungen in einem Gefüge von Ausgrenzung und Partizipationsmöglichkeiten beschäftigen. Wir wollen uns mit eigenen Diskriminierungserfahrungen aber auch eigenen Privilegierungen auseinandersetzen. Gemeinsam wollen wir weiter denken, wie über eine Haltung des „Verbündet-Seins“ ein inklusives und solidarisches Miteinander gestaltet werden kann.

Nähere Infos und Anmeldung auf: https://www.kjr-dachau.de/partnerschaft-fuer-demokratie/fortbildungen

Leitung: Carolin Küppers
Carolin Küppers ist wissenschaftliche Referentin im Referat Gesellschaft, Teilhabe und Antidiskriminierung der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld.

Antifa-Termine in München

  • NSU-Prozess

    Die nächsten Sitzungstermine sind nach momentaner Planung die unten angegebenen (Stand: 11.

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  • „Tag X“

    Demonstration und Kundgebung zu Beginn der Urteilsverkündung im NSU-Prozess in München. Aufruf

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  • 23. April 2018

    Podiumsdiskussion „NSU – Nach dem Urteil“. Um 19.00 Uhr im Kulturzentrum Giesinger Bahnhof,

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  • 24. April 2018

    Seminar Stammtischkämpfer*innen. Ort: Schwules Kommunikations- und Kulturzentrum Sub e.V. Müllerstraße 14, Beginn:

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  • 24. April 2018

    Vortrag „'Der ewige Jude' - Die Einübung des Antisemitismus“. Mit Prof. Dr. Wolfgang

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Rechte Termine München

  • 23. April 2018

    PEGIDA_Kundgebung. Die Akteur_innen von PEGIDA München (Meyer-Fraktion) wollen sich erneut versammeln: mit

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  • 25. April 2018

    Neonazistische Kundgebung. Wie in den vergangenen Jahren wollen sich Neonazis auch 2018

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  • 25. April 2018

    Demonstration radikaler Abtreibungsgegner. Der Verein "Helfer für Gottes kostbare Kinder" führt wieder

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  • 25. April 2018

    PEGIDA_Kundgebung. Die Akteur_innen von PEGIDA München (Meyer-Fraktion) wollen sich erneut versammeln: mit

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  • 26. April 2018

    AfD-Veranstaltung. Der AfD-Kreisverband München West/Mitte veranstaltet einen „öffentlichen Stammtisch“ (19.00 Uhr, Restaurant

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Rechte Termine im Süden

  • 24. April 2018

    Augsburg: „Identitären“-Stammtisch. Die „IB Schwaben“ kündigt die Durchführung eines öffentlichen Stammtisches in

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  • 26. April 2018

    Augsburg: Vortrag „'Die 68er und ihre geistigen Brandstifter' - Die ideologische Dominanz der

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  • 27.-29. April 2018

    Garmisch-Partenkirchen (aktualisiert): Wochenendseminar der Desiderius-Erasmus-Stiftung. Die AfD-nahe Stiftung „Desiderius-Erasmus-Stiftung“ (Berlin/Lübeck) will erneut

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  • 28./29. April 2018

    Rohrdorf: Listenaufstellungsversammlung für Landtags- und Bezirkstagswahl. Die AfD Bayern kündigt eine zweitägige

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  • 28./29. April 2018

    Trunkelsberg: „Deutschlandtreffen“ der KJB. Die Jugendorganisation der „Piusbruderschaft“, die sog. „Katholische Jugendbewegung“

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