Antifaschistische Termine im Süden

Protest in München

In dieser Rubrik informieren wir über antifaschistische Protestaktionen, Kundgebungen, Demonstrationen, Ausstellungen, Konzerte und mehr in Süddeutschland.





24. Oktober 2018

Erlangen: Film und Gespräch mit Ernst Grube. „Ernst Grube - Zeitzeuge - Von einem, der nicht aufgibt“ (Dokumentarfilm von Christel Priemer und Ingeborg Weber, 2016). Anschließend Gespräch mit Ernst Grube und Peter Poth (19.00 uhr, vhs club International, Friedrichstr. 17).

25. Oktober 2018

Nürnberg: Veranstaltung „Europas Grenzen - Eine Einführung in das europäische Grenzregime“. Mit Bernd Kasparek, um 19.30 Uhr in der Desi , Brückenstr. 23. Der Eintritt ist frei.

26. Oktober 2018

Bayreuth: Veranstaltung „Keine Ruhe nach dem Urteil“. Eine Veranstaltung von „Bunt statt Braun e.V.“, dem Integrationsbeirat der Stadt Bayreuth und der VVN-BdA, Kreisverband Bayreuth. Mit Friedrich Burschel, um 18.30 Uhr in der Stadtbibliothek Bayreuth, Black Box, Richard Wagner-Straße 21.

Aus der Ankündigung der VVN-BdA:

Friedrich Burschel ist Referent zum Schwerpunkt Neonazismus und Strukturen/Ideologien der Ungleichwertigkeit bei der Akademie für Politische Bildung der Rosa Luxemburg Stiftung in Berlin. Er war über 5 Jahre akkreditierter Korrespondent des nichtkommerziellen Lokalsenders Radio Lotte Weimar im NSU-Prozess und ist Mitarbeiter von NSU-Watch (nsu-watch.info).

Ist der NSU jetzt Geschichte, wie es der Berliner „Tagesspiegel“ am Tag nach der Urteilsverkündung in München staatstreudoof verkündete - ausgerechnet im Interview mit dem Chef des Inlandsgeheimdiensts, Hans-Georg Maaßen?

Mit Sicherheit nicht: Der Tag der Urteilsverkündung am 11. Juli 2018 war der absolute Tiefpunkt der 438 Prozesstage und ein erneuter Tiefschlag für die vom NSU-Terror Betroffenen. Zwar wurde Beate Zschäpe zu lebenslanger Haft bei „besonderer Schwere der Schuld“ verurteilt, die beiden bis heute fanatisch bekennenden Neonazis unter den Angeklagten im Prozess, Ralf Wohlleben und André Eminger, erhielten geringere als von der Bundesanwaltschaft (BAW) geforderte Freiheitsstrafen. Insbesondere Eminger wurde in etlichen Punkten mit haarsträubender Begründung freigesprochen. Er muss nur zweieinhalb Jahre ins Gefängnis. Dieses Strafmaß liegt fast zehn Jahre unter der Forderung der BAW und sorgte gemeinsam mit Emingers sofortiger Freilassung aus der U-Haft bei den bei der Urteilsverkündung anwesenden Neonazis im Publikum für johlende Begeisterung. Ein schwarzer Tag für die Opfer des NSU, aber auch für den Kampf gegen den immer dreister auftretenden Neonazismus in Deutschland. Ralf Wohlleben, der eine Woche nach dem Urteil auf freien Fuß gesetzt wurde, wird derzeit zum Helden und Märtyrer der Szene aufgebaut: Das niederschmetternde Signal des Staatsschutzsenates des Oberlandesgerichts München zeitigt schon jetzt verheerende Wirkung in einer Szene, die sich gerade erneut radikalisiert.

Umso wichtiger ist es, an der Forderung „Kein Schlussstrich!“ festzuhalten und zu verhindern, dass die Causa NSU jetzt staatlicherseits und von vielen Medien als erfolgreich aufgeklärt abmoderiert wird! ALLE wesentlichen Fragen sind weiter offen: Institutioneller Rassismus? Ist bis heute ein Nischenthema der Betroffenen. Ein Nazi-Netzwerk? Ein Hirngespinst. Verstrickung des „Verfassungsschutzes“? I wo.

Für diejenigen von uns, die an einer offenen und pluralen Gesellschaft der Vielen interessiert sind und an der Wahrung einer humanen Orientierung, kann das Urteil und das Ende des Prozesses nur ein Zwischenstopp auf dem Weg zu lückenloser Aufklärung und Aufarbeitung sein. Wir dürfen es nicht hinnehmen, dass jetzt zur Tagesordnung übergegangen wird und ein Schlussstrich unter den monströsen NSU-Komplex gezogen wird. Nach so langer Zeit und 70 Millionen Euro später sind die wesentlichen und bohrenden Fragen dieses Komplexes nach wie vor unbeantwortet und offen, der Verfassungsschutz geht aus diesem wohl größten Geheimdienstskandal der deutschen Nachkriegsgeschichte völlig ungeschoren hervor, im Land explodiert rassistische und rechte Gewalt gegen Geflüchtete und ihre Unterstützerinnen, Dinge, die zu Beginn des Prozesses und in ihm noch eindeutig als Nazi-Sprech zu identifizieren waren, sind in Rekordzeit wieder in aller Munde und jeglichen Tabus entkleidet und im Bundestag hetzt täglich eine neue völkisch-nationalistische Partei mit weiter erstarkenden außerparlamentarischen Zweigen im organisierten Neofaschismus.

Das Ende des Prozesses kann mithin nur der Beginn eines neuen Kampfes für Menschlichkeit und Vielfalt sein und einer Renaissance antifaschistischen Engagements. Mit seinem Vortrag will Fritz Burschel die Einschätzung von Prozess, Urteil, Untersuchungsausschüssen, Behördenverstrickung, gesellschaftlichem Rassismus und der rechtsterroristischen Gefahr vom Kopf auf die Füße stellen und die Frage nach antifaschistischen Konsequenzen aus dem Aufarbeitungs-Desaster und den Anforderungen der „Kein Schlussstrich“-Kampagne diskutieren.

31. Oktober 2018

Regensburg: Vortrag „Erinnerungsorte der extremen Rechten“. Mit Michael Sturm, um 19.00 Uhr im LiZe, Dahlienweg 2a.

Aus der Ankündigung:


Im Vortrag analysiert Michael Sturm die zentralen geschichtspolitischen Argumentationsmuster der extremen Rechten und nimmt dabei besonders deren Inszenierungspraktiken anlässlich des Volkstrauertags in den Blick. Diskutiert werden soll aber auch, wie demokratische Erinnerungskulturen gestaltet werden können, um keine Anknüpfungspunkte für extrem rechte Aneignungs- und Vereinnahmungsversuche zu bieten.

Michael Sturm ist pädagogisch-wissenschaflicher Mitarbeiter im Geschichtsort Villa ten Hompel der Stadt Münster und in der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Münster.

4. November 2018

Dachau: Gedenkveranstaltung „Erinnern heißt kämpfen“. Die DGB-Jugend Bayern erinnert an die Novemberpogrome. Um 13.00 Uhr in der KZ-Gedenkstätte Dachau, Alte Römerstraße 75. Hauptrednerin ist in diesem Jahr Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern.

Aus der Ankündigung:

Zum 80. Mal jährt sich die sogenannte „Nacht der Schande“. Die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 markierte den Übergang von Diskriminierung und Ausgrenzung zu offener Feindschaft und der systematischen Vernichtung jüdischen Lebens in Deutschland und Europa.
Die systematische Verfolgung und Ermordung von Jüdinnen und Juden durch die NS-Diktatur „(...) war ein Ereignis von solcher Tragweite, dass der Mantel des Vergessens sich nie darüber senken wird.
Es ist ein Ereignis außerhalb jeder Zeit“ (Claude Lanzmann).

Das Erinnern und Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus bedeutet für die bayerische Gewerkschaftsjugend seit über 65 Jahren eine nachdenkliche und kritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. Es ist auch ein Auftrag für die Gegenwart, allen Versuchen einer Umdeutung und Verharmlosung der Geschichte entschieden entgegenzutreten und ein erneutes Erstarken faschistischer Kräfte zu verhindern. Für die DGB-Jugend ist das Gedenken untrennbar verbunden mit der moralischen und politischen Verpflichtung für aktives demokratisches Eingreifen in die heutigen Verhältnisse und die Gestaltung einer menschenwürdigen und solidarischen Zukunft.

10. Dezember 2018

Dachau: „I am not your Negro“. Filmgespräch, um 19.00 Uhr im Kino Cinema Dachau, Fraunhoferstraße 5. Kartenreservierungen im Kino unter Tel. 081 31 / 266 99, Sonderpreis 5 Euro.

Aus der Ankündigung des "Runden Tischs gegen Rassismus Dachau e.V.":

Als der afroamerikanische Schriftsteller James Baldwin 1987 starb, hinterließ er ein unvollendetes Manuskript. Es sollte eine persönliche Auseinandersetzung mit den Biographien dreier Freunde werden, die als Menschenrechtsaktivisten ermordet wurden: Medgar Evers (1963), Malcolm X (1965) und Martin Luther King (1968). Mit „I am not your Negro“ schreibt der Regisseur Raoul Peck das furiose Fragment im Geiste des Autors filmisch fort und verdichtet es zu einer beißenden Analyse der Situation von Afroamerikanern in den USA.

Nach dem Film (95 Minuten, 2017) steht Modupe Laja von der „Initiative Schwarze Menschen in Deutschland“ für Fragen des Publikums zur Verfügung und berichtet über Rassismuserfahrungen von People of Color in Deutschland. Sie hat Amerikanistik/Anglistik, Hispanistik und Ökonomie in Gießen studiert, lebt in München und ist als Referentin zu Themen wie Schwarze Diaspora und rassismuskritische Bildung tätig und hat zu diesen Themen publiziert.

Antifa-Termine in München

  • 27. September 2018 - 6. Januar 2019

    Ausstellung: „Die Verfolgung der Zeugen Jehovas in München 1933–1945“. Im NS-Dokumentationszentrum München,

    Weiterlesen...
  • 17. Oktober - 3. November 2018

    Ausstellung und Veranstaltungen: „Druck gegen Rechtsruck“. Ausstellung, Vortragsreihe und Workshops. In der

    Weiterlesen...
  • 23. Oktober 2018

    Film und Diskussion „Aus dem Nichts“. Gezeigt wird der preisgekrönte Film von

    Weiterlesen...
  • 23. - 26. Oktober 2018

    „Kritische Einführungswoche“ des Antifaschismus-Referats an der LMU. Vom 22. bis 26.Oktober 2018

    Weiterlesen...
  • 27. Oktober 2018

    Proteste gegen den „1000 Kreuze-Marsch“. Gegen den von den fundamentalistischen Abtreibungsgegner_innen geplanten

    Weiterlesen...
  • 1

Rechte Termine München

  • 26. September 2018 - 4. November 2018

    Tägliche Aktion von Abtreibungsgegner_innen. Erneut wollen radikale Abtreibungsgegner_innen eine 40 Tage andauernde

    Weiterlesen...
  • 23. Oktober 2018

    Veranstaltung gegen das NS-Dokumentationszentrum. Die im ultrarechten „Forum deutscher Katholiken“ (FDK) organisierte

    Weiterlesen...
  • 23. Oktober 2018

    Infostand von „Volksbegehren Grenzschutz“. Das radikal rechte Sammelbecken um Brigitte Fischbacher (AfD),

    Weiterlesen...
  • 23. Oktober 2018

    AfD-Veranstaltung. Der AfD-Kreisverband München-Süd will um 19.00 Uhr einen „Info-Abend“ durchführen, gibt

    Weiterlesen...
  • 25. Oktober 2018

    Aufzug von Abtreibungsgegner_innen. Die Abtreibungsgegner_innen vom Verein „Helfer für Gottes kostbare Kinder

    Weiterlesen...
  • 1

Rechte Termine im Süden

  • 22. Oktober 2018

    Fürstenfeldbruck: AfD-Veranstaltung. Die AfD will einen „offenen Stammtisch“ durchführen (19.00 Uhr, Pizzeria

    Weiterlesen...
  • 22. Oktober 2018

    Polling-Oderding: AfD-Veranstaltung. Die AfD will eine Veranstaltung „Auslandseinsätze der Bundeswehr - Wie alles

    Weiterlesen...
  • 24. Oktober 2018

    Ingolstadt: AfD-Veranstaltung. Die AfD will einen „AfD-Stammtisch“ durchführen (19.00 Uhr, Gaststätte Am

    Weiterlesen...
  • 24. Oktober 2018

    Rieden: AfD-Veranstaltung. Die AfD will einen „Info-Abend“ durchführen (19.00 Uhr, Gasthof zur

    Weiterlesen...
  • 25. Oktober 2018

    Bayreuth: AfD-Veranstaltung. Der AfD-Kreisverband Bayreuth will eine Veranstaltung durchführen (19.00 Uhr, Gasthaus

    Weiterlesen...
  • 1