Antifaschistische Termine im Süden

Protest in München

In dieser Rubrik informieren wir über antifaschistische Protestaktionen, Kundgebungen, Demonstrationen, Ausstellungen, Konzerte und mehr in Süddeutschland.





10. Mai - 2. Juli 2017

Nürnberg: Ausstellung „Rassendiagnose: Zigeuner“. Eine Ausstellung des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma. Im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände (Bayernstraße 110). Der Ein­tritt zur Austellung ist frei.

Aus der Ankündigung:

Ausgangs- und Schwerpunkt der Ausstellung ist der natio­nal­sozia­lis­ti­sche Völkermord an den Sinti und Roma: von der Aus­gren­zung und Ent­rech­tung der Minder­heit im Deutschen Reich bis zur sys­te­ma­ti­schen Vernichtung im be­setz­ten Europa. Den Täter­dokumenten wer­den histo­ri­sche Privat- und Familien­fotos der von Ver­folgung betrof­fe­nen Men­schen ent­gegen­gesetzt. Der zweite Teil be­han­delt die Geschichte der Über­leben­den im Nach­kriegs­deutschland, die erst spät als NS-Opfer anerkannt wurden. Er zeigt den maßgeblichen Anteil der Bürger­rechts­bewegung der deut­schen Sinti und Roma, die ideo­lo­gi­schen und per­so­nel­len Kon­ti­nui­tä­ten aus der Zeit des „Dritten Reiches“ zum Gegenstand einer gesellschaftlichen Debatte zu machen. Am Ende der Aus­stel­lung steht ein Aus­blick auf die Men­schen­rechts­situa­tion der Sinti- und Roma-Min­der­heiten in Europa nach 1989.

1. Juni 2017

Nürnberg: Veranstaltung „Der NSU-Prozess in München“. Mit Friedrich Burschel, um 19.30 Uhr (Einlass: 19.00 Uhr) in der „Desi“ (Brückenstraße 23).

Aus der Ankündigung:

Friedrich Burschel ist Referent zum Schwerpunkt Neonazismus und Strukturen/ Ideologien der Ungleichwertigkeit bei der Akademie für Politische Bildung der Rosa Luxemburg Stiftung in Berlin. Er ist akkreditierter Korrespondent des nicht-kommerziellen Lokalsenders Radio Lotte Weimar im NSU-Prozess und Mitarbeiter des Internetprojektes NSU-Watch.

Nachdem der Münchener NSU-Prozess 2016 monatelang auf der Stelle getreten ist, rückt seit Anfang 2017 das Ende der Beweisaufnahme näher und der Weg wird frei für Plädoyers und Urteil. Trotzdem: Auch nach den medial geradezu hysterisch gehypten und dann so dreisten und banalen Aussagen der beiden Hauptangeklagten kurz vor dem Jahresende 2015, nach über 60 unverschämt auftretenden Zeug_innen aus der deutschen Nazi-Szene, nach nicht enden wollenden „Verhandlungen in Zeitlupe“ und ständigen Ausfällen von Prozesstagen bleibt es auch nach über 330 Prozesstagen und fast vier Jahren schwierig, das Verfahren vor dem Oberlandesgericht München einzuschätzen, mit dem Geschehen außerhalb des Gerichtssaals in Beziehung zu setzen und ein Ende mit einem Urteil abzusehen. Friedrich Burschel wird dennoch versuchen an diesem Abend über den aktuellen Stand und einem möglichen Ausgang, aus seinem Blickwinkel als Prozessbeobachter, zu berichten.

Die Veranstaltung ist Teil der sechsteiligen Reihe "Perspektiven auf den NSU-Komplex", die von April bis Juli 2017 im Stadteilzentrum stattfindet. Alle Vorträge finden im Nürnberger Stadtteilzentrum Desi statt und werden vom lokalen, alternativen Radiosender Radio Z (95,8 Mhz) aufgenommen und in Auszügen gesendet.

6. Juni 2017

Dachau: Antifa-Infocafe mit Dokumentarfilm „ANTIFA – Chasseurs de Skins“ (engl./franz.). Ab 19.00 Uhr im Freiraum Dachau, Brunngartenstr. 7.

Aus der Ankündigung:

Resistance Films revealed this story through the documentary, to keep track of a movement never documented. During Paris early 80s, the „Skinhead“ movement arrives in France, and is about to defray the chronicle for the decade to follow, with their provocations, attacks and racist crimes. Street gangs will form and react against this assault, in a urban warfare for control of the streets of Paris. They are the Red Warriors, the Ducky Boys and Rudy Fox. Paris youth will nicknamed them „Chasseurs de Skins“ („Skinheads Hunters“). Their motivation: to fight against fascism and racist acts by any means necessary, even turn against their opponents the violence they have suffered. Through exclusive interviews, members of the most recognized gangs return to their history, their commitment and deliver the testimony of the situation of youth street from 20 years ago. Using exceptional archives footages and photographs, „ANTIFA“ is a return to the streets of the 80s and the society of that time. It also shows ideology and practical behaviour of the „Front National“ in the 80s. The film looks at a pivotal time, in a generation whose ailments were already warning of urban today’s tensions.

29. Juni 2017

Nürnberg: Veranstaltung: „Über Nazistrukturen, Ignoranz und bewusste Täuschung“. Eine Veranstaltung mit MdL Katharina König zum NSU-Untersuchungsausschuss in Thüringen. Um 19.30 Uhr im Stadtteilzentrum DESI (Brückenstr. 23). Die Veranstaltung ist Teil der sechsteiligen Reihe „Perspektiven auf den NSU-Komplex“.

Aus der Ankündigung der Rosa Luxemburg-Stiftung:

Der Abschlussbericht des 1. Thüringer Untersuchungsausschusses zum „Nationalsozialistischen Untergrund“ hat bundesweit für Aufsehen gesorgt. Der „Verdacht gezielter Sabotage“ kann laut den Mitgliedern des Ausschusses nicht ausgeschlossen werden. Den „Sicherheitsbehörden“ wird bei der Fahndung nach dem untergetauchten NSU-Kerntrio „Versagen auf ganzer Linie“ bescheinigt.
Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe lebten bis zu ihrer Flucht in Jena. In Nazi-Strukturen wie dem „Thüringer Heimatschutz“ wurden sie politisch sozialisiert. In dem Vortrag werden die in Jena damals bestehenden gesellschaftspolitischen Bedingungen, welche zur Entstehung des NSU führten, detailliert dargestellt. Außerdem werden die Verwicklungen des Verfassungsschutzes und das den NSU unterstützende Nazi-Netzwerk thematisiert.

Die Referentin MdL Katharina König ist im Jena der 90er Jahre aufgewachsen und ist seit Anfang der 90er Jahre antifaschistisch engagiert. Seit 2012 sitzt sie für die Fraktion DIE LINKE als Obfrau in den Thüringer Untersuchungsausschüssen zum NSU-Komplex, als Sprecherin für Antifaschismus beobachtet und analysiert sie rassistische, antisemitische und neonazistische in Thüringen sowie deren überregionale Vernetzung.

Einlassvorbehalt:
Die Veranstalter behalten sich gem. § 6 VersG /Art. 10 BayVersG vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die neonazistischen Organisationen angehören oder der extremen rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch antisemitische, rassistische oder nationalistische Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zu den Veranstaltungen zu verwehren.

14. Juli 2017

Nürnberg: Veranstaltung „Verbindungen des NSU nach München und Nürnberg“. Mit den Journalisten Jonas Miller und Robert Andreasch, um 19.30 Uhr im Stadtteilzentrum DESI (Brückenstr. 23). Die Veranstaltung ist Teil der sechsteiligen Reihe „Perspektiven auf den NSU-Komplex“.

Aus der Ankündigung der Rosa-Luxemburg-Stiftung Bayern:

Fünf der zehn Opfer des NSU wurden in Bayern ermordet. Auf der Anklagebank im NSU-Prozess sitzt kein Neonazi aus Bayern. Die Tatorte in Nürnberg und München also nur Zufall?
Die beiden Journalisten Robert Andreasch und Jonas Miller recherchieren seit vielen Jahren zu der rechtsextremen Szene Süddeutschlands. Im Zuge ihrer Recherchen sind sie auf Verbindungen von Mitgliedern und UnterstützerInnen der Terrorgruppe nach Bayern gestoßen. Diese führen zu hier aktiven Neonazis, verbotenen Kameradschaften, Blood and Honour und Hooligans.

Robert Andreasch schreibt, recherchiert und arbeitet u.a. für Spiegel Online und die Antifaschistische Informations-, Dokumentations- und Archivstelle München e.V (a.i.d.a.). Jonas Miller arbeitet für den Bayerischen Rundfunk und schreibt für Zeit Online.

Einlassvorbehalt: Die Veranstalter behalten sich gem. § 6 VersG /Art. 10 BayVersG vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die neonazistischen Organisationen angehören oder der extremen rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch antisemitische, rassistische oder nationalistische Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zu den Veranstaltungen zu verwehren.

26. Juli 2017

Nürnberg: Veranstaltung „Die haben gedacht, wir waren das“. Eine Buchlesung und ein Bericht vom NSU-Tribunal. Mit Kutlu Yurtseven, um 19.30 Uhr im Stadtteilzentrum DESI (Brückenstr. 23). Die Veranstaltung ist Teil der sechsteiligen Reihe „Perspektiven auf den NSU-Komplex“.

Aus der Ankündigung der Rosa-Luxemburg-Stiftung Bayern:

Kutlu Yurtseven liest aus dem Buch „Die haben gedacht, wir waren das – MigrantInnen über rechten Terror und Rassismus“. Zum NSU-Komplex sind inzwischen zahlreiche Publikationen erschienen, die Sichtweise der Betroffenen hat dabei bisher wenig Raum bekommen. Opfer und ihre Angehörigen, Persönlichkeiten aus Publizistik, Wissenschaft und Politik, Akteure der antirassistischen Arbeit, Bekannte und Unbekannte, allesamt mit Migrationshintergrund, nehmen in diesem Buch Stellung, geben ihre Erfahrungen wieder, beleuchten die Auswirkungen des NSU-Terrors sowie der um sich greifenden rassistischen Gewalt und schildern, wie das auf sie wirkt und was sie dabei bewegt.

Außerdem berichtet der Referent vom NSU-Tribunal (www.nsu-tribunal.de), welches im Mai in Köln stattfindet. In Workshops, Veranstaltungen und Diskussionen wird sich über mehrere Tage aus der Perspektive der Betroffenen mit dem NSU-Komplex beschäftigt und eine eigene Anklage und Forderungen formuliert.

Kutlu Yurtseven ist Lehrer und Teil der Band „Microphone Mafia“. Er lebte in der Kölner Keupstraße, als der NSU am 9. Juni 2004 eine Nagelbombe explodieren ließ.

Einlassvorbehalt: Die Veranstalter behalten sich gem. § 6 VersG /Art. 10 BayVersG vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die neonazistischen Organisationen angehören oder der extremen rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch antisemitische, rassistische oder nationalistische Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zu den Veranstaltungen zu verwehren.

Antifa-Termine in München

  • NSU-Prozess

    Die nächsten Sitzungstermine sind nach momentaner Planung die unten angegebenen (Stand: 25.

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  • „Tag X“

    Demonstration und Kundgebung zu Beginn der Urteilsverkündung im NSU-Prozess in München. Aufruf

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  • 9. März 2017 - 5. Juni 2017

    Ausstellung „Angezettelt. Antisemitische und rassistische Aufkleber von 1880 bis heute“. Im NS-Dokumentationszentrum

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  • 1. Juni 2017

    Veranstaltung: „Einladung zum Ressentiment: Motive des Nationalpopulismus und Gegenstrategien“. Mit Dr. Gudrun

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  • 26. Juni 2017

    Veranstaltung „Einfach, emotional, dramatisch: Zum Zusammenspiel von Rechtspopulismus, Massenmedien und Social Networks“.

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Rechte Termine München

  • 27. Mai 2017

    AfD-Infostand. Die AfD will von 11.00 bis 17.00 Uhr in der Sonnenstraße,

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  • 28. Mai 2017

    AfD-Aktionen gegen den Auftritt von Angela Merkel. Am Sonntag soll der (ursprünglich

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  • 28. Mai 2017

    Neonazi-Kundgebung. Neonazis der Partei „Die Rechte“ wollen vor dem ungarischen Generalkonsulat für

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  • 28. Mai 2017

    Treffen der „Identitären Bewegung“. Die „Identitäre Bewegung Bayern“ (IB Bayern) bewirbt einen

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  • 29. Mai 2017

    „PEGIDA“-Kundgebung geplant. Die Akteur_innen von „PEGIDA München“ planen erneut eine Versammlung, diesmal

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Rechte Termine im Süden

  • 1. Juni 2017

    Lauben: AfD-Veranstaltung geplant. Der AfD-Kreisverband Oberallgäu-Kempten-Lindau plant nach a.i.d.a.-Informationen eine Veranstaltung mit

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  • 2. Juni 2017

    Nürnberg: „PEGIDA“-Aufmarsch geplant. Die Akteur_innen von „PEGIDA Nürnberg“ planen erneut einen Aufmarsch,

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  • 2. Juni 2017

    Eichstätt: AfD Veranstaltung. Der Kreisverband Ingolstadt/Eichstätt der AfD kündigt eine Veranstaltung an

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  • 2. - 6. Juni 2017

    Coburg: „Pfingstkongress“ des “Coburger Convents“. Auch in diesem Jahr planen tausende Korporierte

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  • 9. - 11. Juni 2017

    Rothenburg o. d. Tauber: „Jahrestagung“ der KSBB. Die fundamentalistische „Kirchliche Sammlung für

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