Über Parteigrenzen hinweg

Image Der folgende Artikel ist im September/Oktober 2003 in der Ausgabe #84 der antifaschistischen Zeitschrift Der Rechte Rand erschienen.

Über Parteigrenzen hinweg 

„Demokratie direkt“ als neuer Versuch regionaler Organisierung

Nicht zum ersten Mal starten Rechte aus dem Umfeld der Deutschlandbewegung den Versuch, mit einer neuen Initiative der Zersplitterung im rechten Lager entgegenzuwirken. Seit Anfang des Jahres 2003 operiert in München der Verein „Demokratie direkt“, der sich zum Ziel gesetzt hat, rechte Gruppierungen in „regionaler Selbstorganisation“ über Parteigrenzen hinweg zusammen zu bringen. Das Konzept geht zurück auf den Beitrag „Bewegung statt Partei“ des Augsburgers Roland Wuttke, der im Frühjahr 2002 in der Ausgabe 4/2002 im Strategieblatt Nation & Europa (Coburg) erschienen ist.

 

Weiterlesen ...

Neonazis in der Region 10

ImageDer folgende Artikel wurde im Dezember 1999 erstellt und 2000 in der A.I.D.A.-Broschüre "Überblick: Faschistische Aktivitäten im Raum München und Südbayern 1999" veröffentlicht. Diese Broschüre ist hier als PDF-Datei zum Download erhältlich.

Neonazis in der Region 10

Die Region 10 nördlich von München - also die Landkreise um Ingolstadt, Neuburg an der Donau, Pfaffenhofen und Eichstätt - ist bislang kaum als Sammelpunkt Rechtsradikaler und NeofaschistInnen bekannt gewesen. Dennoch hat sich die Region, vor allem Sinning, ein Dorf das bayernweit für Schlagzeilen gesorgt hat, in den letzten Jahren zu einem Zentrum der rechten Szene in Bayern entwickelt.

Weiterlesen ...

Rechte in Rosenheim und Umgebung

ImageDer folgende Artikel des Antifaschistischen Plenums Rosenheim wurde im Dezember 1999 erstellt und 2000 in der A.I.D.A.-Broschüre "Überblick: Faschistische Aktivitäten im Raum München und Südbayern 1999" veröffentlicht. Diese Broschüre ist hier als PDF-Datei zum Download erhältlich.

Rechte in Rosenheim und Umgebung 

Rechts-konservativ ist eine Bezeichnung, die Rosenheim und Umgebung sicher verdient haben. Einige Gründe gefällig? Seit Jahrzehnten hat die CSU in diesem Wahlkreis Ergebnisse über 50 Prozent, die Republikaner erhielten bei den Europawahlen 1989 bis zu 29,1 Prozent. Rund 2000 Unterschriften erhielt eine BürgerInneninitiative, die sich 1986 gegen eine Flüchtlingsunterkunft in Kolbermoor gründete.

Weiterlesen ...

Flop für Hupka und Co.

Dieser Artikel ist im November 2002 in der Ausgabe #79 der antifaschistischen Zeitschrift Der Rechte Rand erschienen.

Flop für Hupka und Co.

Aufmarsch gegen die "Wehrmachtsausstellung" in München

Nur rund 500 Neonazis sind dem Aufruf von Steffen Hupka gefolgt, mit einem Aufmarsch in München im Oktober 2002 erneut gegen die sogenannte "Wehrmachtsausstellung" zu demonstrieren. Weit kamen sie diesmal allerdings nicht: Schon nach wenigen hundert Metern wurde der Zug von mehreren tausend GegendemonstrantInnen gestoppt.

Während rund 5.000 Neonazis am 1. März 1997 den größten Aufmarsch dieser Art in Deutschland seit den 70er Jahren durchführen konnten, fanden sich diesmal nur rund 500 Neonazis in der bayerischen Hauptstadt ein, um gegen die überarbeitete Ausstellung, die jetzt den Titel "Verbrechen der Wehrmacht - Dimensionen des Vernichtungskrieges 1941-1944" trägt, zu demonstrieren. Aufgerufen hatte eine "Bürgerbewegung gegen die Wehrmachtsausstellung" unter der Führung von Steffen Hupka und Christian Worch, der letztendlich auch als Versammlungsleiter fungierte, nachdem das für die Anmeldung zuständige Kreisverwaltungsreferat (KVR) den Neonazis nahegelegt hatte, auf Steffen Hupka als Anmelder zu verzichten, um kein Verbot zu riskieren.

Aber auch der Münchner Martin Wiese war vom KVR verschmäht worden. Vielleicht weil Wiese einer der Veranstalter der Geburtstagsfeier im Januar 2001 gewesen war, in deren Verlauf ein Grieche von Skinheads angegriffen und schwer verletzt wurde. Schließlich war der Übergriff, ebenso wie der darauf folgende Prozess gegen Christoph Schulte, Maria Anna von Papen, Dominic Brodmerkel, Andre Kühr und Norman Bordin von der Presse mit großem Interesse verfolgt worden. Der 26-jährige Wiese pflegt gute Kontakte zum lokalen NPD-Verband, dem Freizeitverein Isar 96 e. V. ebenso wie zu Friedhelm Busse und fehlte weder bei den zahlreichen NPD-Infoständen, die in München im letzten Jahr veranstaltet wurden, noch beim diesjährigen Rudolf-Heß-Gedenkmarsch in Wunsiedel.

Während die Stadt München den Aufmarsch der Neonazis aber doch erst einmal wegen "polizeilichem Notstand" verboten hatte, genehmigten ihn die Verwaltungsgerichte noch am Vortag, allerdings mit einigen Auflagen. So durften wie einen Monat zuvor schon in Freiburg weder Springerstiefel noch Uniformen getragen werden und die Parolen "Ruhm und Ehre der Waffen-SS" sowie solche, in denen der Begriff "Nationaler Widerstand" enthalten ist, nicht gerufen werden. Auf der Auftaktkundgebung untersagte die Polizei dann vorerst auch die Parole "Ruhm und Ehre der deutschen Wehrmacht", was jedoch im Laufe der Veranstaltung revidiert wurde. Die Umsetzung der Auflagen wurde von der Polizei nur halbherzig betrieben, so konnte etwa eine Gruppe um Bernd Stehmann beim Abmarsch die beiden verbotenen Parolen skandieren und trotzdem unter den Augen der Polizei ungehindert abziehen.


 

 

Bei der Organisation der Demonstration konnten Worch und Hupka auf bewährte AktivistInnen des Spektrums der "Freien Nationalisten", wie Bernd Stehmann oder Oliver Schweigert zurückgreifen. Die meisten TeilnehmerInnen - vorwiegend Skinheads sowie einige Wehrmachtsveteranen - stammten aus denselben Kreisen, aus Franken waren etwa die "Fränkische Aktionsfront" und die "Kameradschaft Nürnberg" mit einem Transparent vertreten, ebenso wie die Deutsch-Österreichische Kameradschaft (DÖK), die "Freien Kräfte Mitteldeutschland", die Kameradschaft Weserbergland, die Aktionsgemeinschaft Nordsachsen oder die Mitglieder des Märkischen Heimatschutz. Die bayerischen NPD- oder JN-AktivistInnen fehlten dafür gänzlich und nur eine vereinzelte NPD-Flagge wurde auf der Demonstration gesichtet.

Weit kam der Zug der Neonazis diesmal allerdings nicht: Schon nach wenigen hundert Metern wurde der Aufmarsch von mehreren tausend Menschen gestoppt, die den auf der Route liegenden Goetheplatz blockierten. Als die Polizei versuchte, den Platz zu räumen, wurde ein Gegendemonstrant schwer verletzt, als er mit dem Fuß in einem Absperrgitter hängen blieb, das ihm fast den linken Fuß abtrennte. Nach mehrere Notoperationen ist noch immer unklar, ob dauerhafte Schäden zurückbleiben. Den Räumungsversuch gab die Polizei daraufhin und so mussten sowohl die geplante Zwischen- als auch Abschlusskundgebung der Neonazis an Ort und Stelle stattfinden.

Als Redner kamen dabei neben den Organisatoren Worch und Hupka zwei alte Nazis zu Wort: Friedhelm Busse sowie der ehemalige Wehrmachtssoldat Reinhold Leidenfrost. Die antisemitische, pro-palästinensische und anti-amerikanische Haltung der Neonazis kam neben zahlreichen Papp-Schildern mit Aufschriften wie "Keine deutsche Beteiligung an US-Kriegen" und "Vernichtungskrieg heute: Irak, Kosovo, Palästina" auch in den Redebeiträgen, insbesondere des Schweizer Islamisten Achmed Huber zum Ausdruck. Der 26-jährige Mathematik-Student Michael Müller aus Regensburg, Mitglied der Prager Burschenschaft Teutonia, gab schließlich noch einige Lieder zum Besten.

In der Kommunalpolitik schlugen diesmal die Wellen längst nicht so hoch wie vor fünf Jahren, der Stadtrat rief zu "demokratischen Protesten" auf und konnte sich gar zu einer gemeinsamen Resolution durchringen, mit deren Formulierung selbst die CSU keine Probleme hatte: "Mitschuld von Teilen der Wehrmacht, vor allem der Führung, an Verbrechen des Nationalsozialismus kann und darf nicht geleugnet werden."

Die Neonazis indes wollen sich noch nicht geschlagen geben: Bis zum 24. November - solange die Ausstellung im Münchner Stadtmuseum gezeigt wird - haben Münchner Neonazis für jeden Freitag eine Protestkundgebung auf dem Marienplatz angekündigt.

 

Weiterlesen ...

Neue Website

Höchste Zeit für einen Relaunch der Website des A.I.D.A. e. V.. Die erste Version unserer Website war ab 1999 im Netz abrufbar und ist seither stetig gewachsen. Inzwischen hat sich so einiges an Informationen angesammelt, eine bessere Informationsverwaltung auf Datenbank-Basis war überfällig.

Dies bringt so manchen Vorteil mit sich, unter anderem eine Suchfunktion, die einige sicher seit langem auf unserer Website vermissen und die es ermöglicht, die online verfügbaren Archiv-Daten praxisnah zu nutzen.

Weiterlesen ...

25.06.2000: White Noise - Einblicke in die internationale Neonazi-Musik-Szene

ImageWhite Noise, die Musik der Neonazis, ist nicht allein der "kulturelle Ausdruck" einer neonazistischen Bewegung. Sie ist Business mit Millionengewinnen und rassistische Hetze zugleich. Jedes Jahr werden hunderttausende CDs neonazistischer Bands über und unter den Ladentischen verkauft, Konzerte dieser Bands finden zahlreiche ZuhörerInnen und sind für neonazistische Organisationen und Parteien Einnahmequelle und Propaganda zugleich. Neonazistische Ideologie bedient sich der White Noise-Musik und umgekehrt: Neonazis nutzen sie, um neue Mitglieder zu werben und etwa junge Skinheads in das Netzwerk ihrer Aktivitäten zu integrieren.

Weiterlesen ...

Strukturelle Kontinuität - Heß-Gedenken 2002

Image Der folgende Artikel ist im September 2002 in der Ausgabe #78 der antifaschistischen Zeitschrift Der Rechte Rand erschienen.

Strukturelle Kontinuität 

Internationale Demo zum Gedenken an Rudolf Heß 

Rund 2500 Neonazis versammelten sich am 15. Todestag des Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß zu einem Gedenkmarsch in der bayerischen Kleinstadt Wunsiedel. Die Beteiligung von Neonazis aus ganz Europa hat gezeigt, dass der Rudolf-Heß-Marsch als Bezugspunkt eines internationalen neonazistischen Netzwerkes in über zehn Jahren nicht an Bedeutung verloren hat.

Weiterlesen ...

Aktuelle Meldungen

Hier finden Sie aktuelle Berichte über rechte Aktivitäten, Hintergrundrecherchen und Analysen sowie Neuigkeiten aus dem a.i.d.a.-Archiv.

Themenseite NSU

Hintergrundinformationen über den "Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU) und den Fortgang des NSU-Prozesses in München sowie weiterführende Links und Informationen haben wir auf einer eigenen Themenseite zusammengestellt.

Rezensionen

Hinweise auf Bücher und Broschüren zum Weiterlesen und Vertiefen finden Sie in unserer Rubrik Rezensionen. Einige der dort vorgestellten Veröffentlichungen sind auch in unserer Bibliothek verfügbar.

Bücher