Auf einer eigenen Homepage und mit zahlreichen Materialien einer sogenannten "Initiative akademische Freiheit" mit Sitz in München wird daher nun versucht, die Danubia in der Öffentlichkeit lediglich als - Eigenbezeichnung - "rechtskonservativ" darzustellen. Bisher beteiligt sich daran allerdings nur die extrem rechte Berliner Wochenzeitung "Junge Freiheit", die selbst in vielen Verfassungsschutzberichten zu finden ist.
Die Initiative geht auf die Burschenschafter Sascha Jung (Danubia), Bernd Kallina (Danubia) und den Münchner CSU-Politiker Hans Merkel zurück. Hans Merkel gehört allerdings nicht der Danubia, sondern der Münchner Burschenschaft Arminia-Rhenania an, was wiederum einen Hinweis darauf gibt, wieweit die Münchner studentischen Verbindungen - allen Distanzierungen zum Trotz - zum Teil zusammenarbeiten.
Statt die Danubia zu entlasten, liefert die neue Initiative "Akademische Freiheit" zusätzliches Material, das die Danubia erst recht als das darstellt, was sie nunmal ist: eine ultrarechte, völkische und pseudo-elitäre Organisation. Dies erinnert an einen ähnlich fehlgeschlagenen Versuch der Danubia im Mai 2002, sich mittels des sogenannten "Knütter-Gutachten" zu entlasten. Trotz der Verwobenheit der Danubia im Netz des deutschen Rechtsextremismus lügt Sascha Jung seine Burschenschaft im Interview mit der "Jungen Freiheit" in "eine der liberalsten Studentenverbindungen" um.
Wes Geistes Kind die "Danuben" und ihre Unterstützer sind, zeigt exemplarisch auch ein Satz aus einem aktuellen Interview der extrem rechten "Jungen Freiheit" mit Hans Merkel: Dieser lobt die Burschenschaft Danubia, dass sie 1919 (gemeint ist der blutige Terror gemeinsam mit den Freikorps, die später in der SA aufgingen ) sich um die "Abwehr der damals drohenden kommunistischen Dikatatur in Bayern verdient" gemacht hätte... Auf der Homepage der "Initiative Akademische Freiheit" wird darüberhinaus aus dem rassistischen Mordversuch zahlreicher Neonazis an Artemios T. im Januar 2001 (ausgehend von den Gästen einer gemeinsamen Feier des Danubia-Burschenschafters Reiner Mehr mit dem Rechtsterroristen Martin Wiese) eine schlichte "Schlägerei" und aus dem bekannten nordrhein-westfälischen Neonazi Christoph Schulte, für den Überfall in der Münchner Zenettistrasse zu sechs Jahren Haftstrafe verurteilt, nur ein "mutmaßlicher Rechtsextremist". Schulte konnte sich damals nach der Tat im Haus der Danubia verstecken und so vor der polizeilichen Fahndung in die Niederlande flüchten.
Erstunterzeichner der "Initative Akademische Freiheit" sind einschlägig bekannte rechte Aktivisten, u. a. der Berliner Politikwissenschaftler Klaus Motschmann (Mitglied der sich für Holcaustleugner einsetzenden "Gesellschaft für freie Publizistik" (GfP), die seit vielen Jahren Beobachtungsgegenstand des Verfassungsschutzes ist; Autor in der neonazistischen Zeitschrift "Nation & Europa" und Unterzeichner eines Aufrufes der neonazistischen "Hilfsorganisation für nationale politische Gefangene und ihre Angehörige e.V. (HNG)"), Heinz Nawratil (Autor in der "Jungen Freiheit" und der nationalrevolutionären Zeitschrift "Wir selbst", Interviewpartner der "Deutschen Nationalzeitung"), sowie der "Junge Freiheit" - Autor Stefan Winkler (Schöllkrippen).
Unter den Erstunterzeichnern sind neben Danubia-Burschenschaftern (z. B. Bernd Kallina, Publizist und aktiv beim revanchistischen Witikobund) auch eine Reihe ehemaliger oder derzeitiger Politiker aus CDU, CSU und FDP zu finden, u. a. Hannes Kaschkat, stv. Landesvorsitzender der Union der Vertriebenen in der CSU (Würzburg); Heinrich Lummer, Innensenator a.D.(Berlin); Hans Merkel, Ministerialdirigent a.D.(München); Rainer Ortleb, Bundesbildungsminister a. D.; Helmut Rülke, ehem. Pressesprecher der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag; mit von der Partie ist auch der rechte Multiaktivist und Regierungsdirektor Josef Schüßlburner (Bonn), der u. a. für die extrem rechten Zeitschriften "Staatsbriefe" und "Aula"schrieb und in seinen Artikeln u. a. für eine Straffreiheit der Holocaustleugnung eintritt.
Zahlreiche bekannte Neonazis und extrem rechte Aktivisten sind bzw. waren einmal Danubia-Mitglieder, u. a.:
Tobias Faethe: Der bis 2005 amtierende Aktivensprecher der Danubia ist auch für die neonazistische "Heimattreue Deutsche Jugend" aktiv, die Experten mehr und mehr im Verdacht sehen, im rechten Lager die Funktion der verbotenen "Wiking-Jugend" einzunehmen. Vor wenigen Wochen wurden bei HDJ-Aktivisten durch die Polizei Osnabrück Bilder beschlagnahmt, die kleine Kinder zeigen, die bei paramilitärischen Übungen bewaffnet Hinrichtungszenen nachspielen müssen.
Walter Post: Der geschichtsrevisionistische Historiker leugnet auf zahlreichen Veranstaltungen der extrem rechten Szene (u. a. der NPD) und in seinen Büchern die deutsche Kriegsschuld am Zweiten Weltkrieg.
Karl Richter: Früher Redakteur der neonazistischen Zeitschrift "Nation & Europa" aus Coburg, heute Leiter des parlamentarischen Beraterstabs der NPD-Fraktion im sächsischen Landtag und Funktionär beim NPD - "Bildungswerk Heimat und nationale Identität".
Michael Vogt: Mit dem NPD-Landtagsmitarbeiter Olaf Rose Produzent mehrerer extrem rechter Filme, u. a. "Geheimakte Hess". In diesem Film wird nicht nur die Mär aufgekocht, der britische Geheimdienst habe den Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß in Spandau ermorden lassen, sondern auch die revisionistische Behauptung aufgestellt, Großbritannien habe den Zweiten Weltkrieg gegen den erbittertsten Friedenswillen des Deutschen Reichs eskaliert.
Hans-Ulrich Kopp: Der Altherrenvorsitzende der Danubia war nicht nur Gründungsmitglied im Hochschulverband der neofaschistischen REPs, sondern auch jahrelang Witikobund-Bundesvorstandsmitglied und Herausgeber des "Witikobriefs" dieser revanchistischen Organisation (für den u. a. Roland Wuttke zur Feder griff). Der ehemalige stellvertetende Chefredakteur der "Jungen Freiheit" und heutige Stuttgarter Bauunternehmer ist seit vielen Jahren auch im "Studienzentrum Weikersheim" aktiv.
Bei der Danubia traten in den letzten Jahren zahlreiche rechte bis neonazistische Aktivisten und Autoren auf, z. B. Reinhold Oberlercher, Alain de Benoist, Claus M. Wolfschlag, der Südtiroler Rechtsterrorist Peter Kienesberger, Gerhoch Reisegger, Walter Post, Heinz Magenheimer, Michael Vogt, Günther Zehm, Reinhard Günzel, Martin Hohmann, Frank Lisson, Walter Marinovic, Klaus Hornung, Rolf Stolz und Gerd Schultze-Rhonhof. Am 9. Mai 2007 referierte mit Eberhart Windemuth (Ottobrunn) ein Autor des extrem rechten Druffel & Vowinckel-Verlags. Und zuletzt am 8. Juni gab es eine erneute Veranstaltung mit Hans-Helmuth Knütter.

