a.i.d.a.-Archiv Muenchen

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Ollert, Ralf

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Ralf Ollert (Mitte im weißen Hemd) bei einer NPD-Kundgebung am 14.9.2002 in Erlangen. Links von ihm die ehemalige Vorsitzende des NPD-KV Nürnberg Irmgard Thomas, die auch schon als Kandidatin für die Bürgerinitiative Ausländerstopp angetreten ist.

 

Der 1960 geborene Ralf Ollert ist gelernter Außen- und Großhandelskaufmann. Seit über zehn Jahren ist er Funktionär der Jungen Nationaldemokraten (JN) und später der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD). Aktuell ist er bayerischer Landesvorsitzender und Vorsitzender des Bezirksverbandes Mittelfranken der NPD. Weiter ist er "geschäftsführender Sprecher" der Bürgerinitiative Ausländerstopp (BIA), für die er seit den Kommunalwahlen 2003 auch im Nürnberger Stadtrat sitzt. Hier fällt Ollert bisher durch Aktionismus auf. Er versucht seine rassistischen und völkischen Wahlversprechungen in die Tat umzusetzen.
So lauten Forderungen von ihm: den Verkauf von Wohnungen an "Ausländer" in der Werderau zu verhindern und "Kindergartenplätze vorrangig an deutsche Kinder" [1] abzugeben.

Aufgrund von rassistischen und antisemitischen Artikeln auf der BIA-Homepage und von Anträgen im Stadtrat lief gegen ihn ein Verfahren wegen Volksverhetzung [2]. Das wurde mittlerweile eingestellt.

Ralf Ollert meldete fast alle NPD-Kundgebungen der letzten Jahre in Nordbayern an. Dort trat er auch meist als Redner auf. Nicht nur bei diesen öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen arbeitet er eng mit AktivistInnen der Freien Kameradschaften zusammen. Von der innerparteilichen Opposition zum Kurs des NPD-Führung in Bezug auf das NPD-Verbotsverfahren, die sich vornehmlich aus diesem Kameradschaftslager rekrutierte, war er vor den Bundesvorstandswahlen 2002 als Zuständiger für Öffentlichkeitsarbeit vorgesehen. [3]

Ein weiteres Steckenpferd von Ollert ist die Jugendarbeit. In der Vergangenheit suchte er hierfür regelmäßig die bekannten Treffpunkte rechter und neonazistischer Jugendlicher in der Region Nürnberg auf. Dort spendierte er Bier und verteilte dazu Propaganda der NPD.
Für die bayerische NPD-Zeitung Bayern Stimme fungierte Ollert als Redakteur. Außerdem unterstützte er den sächsischen NPD-Landesverband beim Aufbau und der Etablierung der dortigen Parteistrukturen. [4]

[1] vgl. Antrag zum Thema "Werderau" und Antrag "Abgabe von Kindergartenplätzen vorrangig an deutsche Kinder", http://www.auslaenderstopp.com/, 1.7.02.
[2] vgl. Bomhard Lorenz, Unterlagen beschlagnahmt- "Aggressiv und antisemitisch", in Nürnberger Nachrichten vom 25.9.02.
[3] N.N., Die neue Mannschaft für den Parteivorstand, in Hupka Steffen, Zum Parteitag. Rundbrief oppositioneller NPD-Kräfte, Nr. 1, Timmenrode 2002.
[4] Söffner Peter, Landsverband Sachsen, in Apfel Holger (Hg.), "Alles Große steht im Sturm". Tradition und Zukunft einer nationalen Partei, Stuttgart 1999, S. 298.

Quelle: Der Artikel wurde der Broschüre "Spezialitäten aus Mittelfranken. Ein Überblick über rechte und rechtsextreme Strukturen" entnommen. (Stand: Juni 2003)