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Passau: NPD, Gewalt, Hakenkreuz

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Passau: NPD, Gewalt, Hakenkreuz
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Bei der Beerdigung des einst bundesweit aktiven Rechtsterroristen und Neonaziaktivisten Friedhelm Busse in Patriching bei Passau ist es zu massiven Angriffen durch bekannte Neonazis auf Polizeibeamte und einen Journalisten gekommen.

 

Friedhelm Busse
Friedhelm Busse, hier beim Heß-Gedenken in Wunsiedel 2001 (Foto: a.i.d.a. Bildarchiv)
Etwa 80 Neonazis trafen am frühen Samstag Vormittag auf dem Dorffriedhof von Patriching ein. Am ausgehobenen Grab für den in der Nacht zum 23. Juli verstorbenen Friedhelm Busse stellten sie sich mit NPD- und JN-Fahnen auf. Die TeilnehmerInnen waren allesamt bekannte VertreterInnen bundesdeutscher und vor allem bayerischer neonazistischer Strukturen. Angereist waren unter anderem die Kameradschaftskader Christian Malcoci, Siegfried Borchardt, Christian Worch, Daniela Wegener, Sven Schwerdtfeger und Rene Rodriguez-Teufer, die NPD-Funktionäre Udo Voigt, Sascha Roßmüller, Matthias Fischer, Uwe Meenen, Christian Hehl, Renate Werlberger, Stephan Mühlberger, Günther Resch und Edda Schmidt, sowie mehrere Anti-Antifa-Aktivisten um Norman Kempken sowie die Münchner Aktivisten Philipp Hasselbach, Mike Nwaiser, Norman Bordin und der Rechtsterrorist Karl-Heinz Statzberger.

"Friedhelm, der Kampf geht weiter"

Thomas Wulff (Teltow) und der NPD-Bundesvorsitzende Udo Voigt (Moosburg) hielten Ansprachen an die Trauergäste, "Friedhelm, der Kampf für Deutschland geht weiter" rief Udo Voigt - und was sich die NPD-Funktionäre und Kameradschaftsaktivisten unter einem "Kampf für Deutschland" vorstellen, zeigte sich schnell. Thomas Wulff breitete eine rote Reichskriegsflagge über dem Sarg aus, die eingesetzten Polizeibeamten wollen darauf mindestens ein Hakenkreuz erkannt haben.


Übergriff auf Journalisten

NPD-Aktivisten wie Norman Bordin (Ottobrunn) und Willi Wiener (Wörth) drohten derweil einem Journalisten und schubsten ihn auf der Wiese umher. Wenig später, als sich die Neonaziszene aus dem ganzen Bundesgebiet zu einem Marsch formierte griffen am oberen Friedhofsrand fast die Hälfte der anwesenden extremen Rechten genau diesen Pressevertreter erneut an: Führende NPD-Vertreter und eine bekannte HNG-Aktivistin stellten sich ihm vorne in den Weg, von hinten attackierten ihn zahlreiche Neonazis (unter anderem aus den Kreisen der Anti-Antifa Nürnberg) mit Faustschlägen und Fußtritten. Der Journalist wurde niedergeschlagen, er erlitt mehrere Rippenbrüche, seine Kamera wurde zerstört. Doch nicht nur den Journalisten traf die rechte Gewalt. Auch vor Ort eingesetzte Zivilbeamte wurden massiv attackiert, z.T. mit gezielten Schlägen gegen die Köpfe. Nur langsam kam polizeiliche Verstärkung an, und nur sieben Neonazis konnten vor Ort festgenommen werden, darunter der Münchner Aktivist Philipp Hasselbach. Vier Teilnehmer, die sich mit Sturmhauben und Baseballschlägern bewaffnet hatten, waren schon vor der Beerdigungszeremonie verhaftet worden. Die anwesenden Neonazis erkannten angesichts der zögerlichen Polizeikräfte ihre Chance, und versuchten unter anderem mit einer Sitzblockade, die Verhafteten wieder frei zu bekommen.

Aufmarsch in Passau

Statt einer vorbereiteten Gedenkveranstaltung in "Traudls Cafe" in Fürstenzell führten ca. 60 Neonazis anschließend in der Passauer Innenstadt einen spontanen aggressiven Aufmarsch durch. Mit NS-Parolen wie "Deutschland erwache" zogen sie durch die Fussgängerzone, auf einer improvisierten Kundgebung sprachen Norman Bordin, Udo Voigt und der eben wieder freigelassene Thomas Wulff "gegen Polizeiwillkür". Die Neonazis griffen während des Marsches von der Polizei ungehindert mindestens einen Passanten an. Nach dem Aufmarsch beleidigten sie eine Passauerin rassistisch und griffen auch sie schließlich tätlich an. Hier konnten allerdings vier Neonazis verhaftet werden.



Lesetipp: "Mit Hakenkreuz auf dem Sarg beerdigt". Artikel von Robert Andreasch auf www.netz-gegen-nazis.de